Sonntag, 30. Juli 2017

[Abgebrochen #17] Rock my Heart - Darüber müssen wir reden!

Dieses [Abgebrochen] wird ein klein wenig anders ausfallen als sonst, denn ich muss mit euch definitiv über gewisse Punkte in dieser Geschichte reden, die mir extrem aufgefallen sind und die ich nicht unkommentiert lassen möchte.

Vorab muss ich ein klein wenig ausholen: 

Ich lese sehr gerne New Adult, erotisch angehauchte Romane oder auch dramatische Liebesgeschichten, dementsprechend habe ich schon so einiges aus diesem Genre-Bereich kennen gelernt. Es gibt natürlich oft Dinge in dieser Art von Büchern, die mir auffallen, die mich nerven oder in den Wahnsinn treiben, aber darüber kann ich eigentlich die meiste Zeit ganz gut drüber hinweg sehen.

ABER auch jetzt bei "Rock my Heart" ( genauso wie damals bei "Paper Princess" ) kommt ein Kritikpunkt auf den nächsten, ein Klischee reiht sich hinter das andere an und die Protagonistin ist ein Paradebeispiel dafür, wie junge Frauen in diesen Geschichten meiner Meinung nach eher weniger dargestellt werden sollten.

Eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes bekommt ihr natürlich nun auch:


Rowan ist seit drei Jahren glücklich mit ihrem Freund Brady zusammen, doch ein Abend stellt ihr Liebe auf eine harte Probe. Auf einem Rockkonzert, dass Rowan mit ihrer besten Freundin Dee besucht sieht sie Brady ein anderes Mädchen küssen - für sie bricht eine Welt zusammen. Sie flüchtet sich nach draußen und trifft dort auf den Leadsänger der Band, Adam Everest. Rowan lässt sich zu einem Kuss hinreißen, doch danach steht ihr ganzes Leben Kopf ....


So ein wenig ungeordnet meine Kritikpunkte bisher:

1.) Rowan lässt sich hier unfassbar von ihrer besten Freundin beeinflussen ja fast manipulieren - sie zieht Klamotten an, in denen sie sich sehr unwohlt fühlt und wie eine Prostituierte aussieht ( Zitat aus dem Buch! ). Sie lässt sich von Dee sagen wie sie mit der Fremdgeh-Situation ihres Freundes Brady umzugehen hat, obwohl sie sich dabei eigentlich ganz anders entscheiden würde und und und.

>>  Mir ist bewusst das man sich gerade als junges Mädchen sehr oft von Freunden beraten lässt, deren Meinung gerne annimmt und auch mal Sachen tut, die man hinterher bereut - ABER ich finde es so schade, dass gerade in so einer Geschichte die weibliche Hauptperson bisher so gar keine eigene Persönlichkeit zeigt, sich fast schon "benutzen" lässt und sich dagegen nicht irgendwie wehrt.

2.) Adam Everest nimmt Rowan mit in den Tourbus um sie dort von dem Eklat mit ihrem Freund abzulenken und was tut er? Er lässt ihr die Wahl ob er sie a) mit Alkohol abfüllen soll oder sie b) für eine schnelle Nummer mit in sein Bett nehmen soll. Ähm, bitte was?!
Kleiner Spoiler:  Sie knutschen dann doch "nur" rum und Rowan lässt sich mit Whiskey ein wenig ablenken - jep.

>>  In solchen Büchern ist der männliche Protagonist ja oft ein kleiner Draufgänger, im Grunde seines Herzens aber dann doch ein anständiger Bursche. Hier habe ich bis Seite 100 noch nicht so wirklich das Gefühl, dass diese Charakterwandlung noch kommen mag - und das lässt mich dann doch bei solchen Aktionen eher abstoßen als anturnen.

3.) Auf dem College lernt Rowan dann Leti kennen, der nach eigenen Aussagen bisexuell ist, aber dann doch zum Großteil eher auf Männer steht. So weit so gut, aber Dees Reaktion darauf, als Rowan ihr von dieser beginnenden Freundschaft erzählt hat mich dann doch wieder aufstöhnen lassen:

"Ein schwuler Freund? Du hast jetzt schon einen schwulen Freund gefunden?! Das ist nicht fair! Ich will auch einen!" ( Zitat S. 65 )

>>  Ach, ich wusste gar nicht dass ein homosexueller Freund sowas wie ein Must-Have-Accessoire auf dem College darstellt - kein Kommentar, wirklich nicht.

Fazit:

Ich könnte hier noch ein wenig länger weitermachen mit Aufzählungen, was mir eigentlich so missfällt an dieser Geschichte. Es sind wie so kleine Dornen die sich in mein Leserherz hineintreiben und dort stecken bleiben - denn vom Schreibstil und dem Humor ist "Rock my Heart" genau das, was ich generell gerne lese.


Manchmal würde ich mir mehr selbstbewusste junge Frauen in solchen Büchern wünschen, die ihren Weg gehen und wissen was sie wert sind. Die nicht immer mit sich spielen lassen, welche auch mal zurückschießen und nicht alles gefallen lassen.

Denn solche Protagonisten habe ich wahnsinnig gerne, würde mir von ihnen eine Scheibe mehr Selbstvertrauen gerne abschneiden und sehe sie für mich ein klitzekleines bisschen als Vorbild.


Doch Protagonistinnen wie Rowan schrecken mich da eher ab - warum muss es jedes Mal das kleine verschreckte Mäuschen sein? Und dann kam diese EINE Stelle, an der ich das Buch seufzend und augenverdrehend weglegt habe. Für euch extra abfotografiert, sonst glaubt mir das ja keiner:


Schade eigentlich, denn ich dachte wirklich ich könnte es mögen - war aber leider für mich ein absoluter Griff ins Klo. Aber die nächsten Bücher warten ja schon, also wird einfach tapfer weitergelesen!

Wie seht ihr das? Fallen euch solche Klischees auch beim Lesen auf oder seid ihr da eher Hartgesotten? Schreibt es mir in die Kommentare, ich freue mich auf euer Feedback!

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    ehelich solche Romane lese ich eher nicht, weil sie mir persönlich meistens zu weit weg vom normalen Leben sind.

    Und ich mich nur schwer mit dem Leben eines Rockstars anfreunden kann...oder sonstigen Geflogenheiten die da normal sind....ist mir einfach zu abgehoben..

    LG..Karin...

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  2. Hallo Jürgen,

    ich lese ja doch gerne mal in diesem Genre - es ist wie eine Soap, leicht und schnell verdaubar. Aber da sind die Protagonistinnen auch mit ein wenig mehr Hirn, Selbstvertrauen und Selbstachtung bestückt, da kann ich mich damit identifizieren oder hineindenken.

    Genau wie bei Paper Princess war hier für mich die klare Entscheidung recht schnell da diese Geschichte nicht weiterzulesen. Klischees können einer Handlung ein wenig Spannung oder Spaß bringen, aber dann bitte dezent oder nicht so mit der "Hau-Drauf-Methode"! Hier haben sie mich ja quasi überrannt und zwischen sich zerquetscht und als die Handlung auch nicht wirklich intelligenter wurde, war mir meine Lesezeit dazu entschieden zu schade.

    Was ich möchte sind starke, unabhängige Frauenbilder, die auch gerne mal weinerlich oder hilflos sein können ( wer ist das nicht mal?! ) aber dann bitte trotzdem mit einem Charakter und Rückrat versehen - meinetwegen kann auch der Mann sie in seiner schillernden Rüstung retten, aber bitte hört auf solche naiven, hilflosen grauen Mäuschen zu konstruieren - danke!

    Liebste Grüße,

    Antonie

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