Samstag, 17. Dezember 2016

[Weihnachtsempfehlungen #2] Familiengeschichten

Na, braucht ihr noch Buchtipps fürs Fest? Dann seid ihr bei mir genau richtig!

Denn bei mir bekommt ihr meine ultimativen Lieblingsempfehlungen dieses Jahres ans Herz gelegt - und wenn für die Beschenkten nichts dabei ist ... naja, vielleicht findet ihr dann für euch das passende Buchgeschenk, denn seien wir mal ehrlich:

Was bekommen die meisten Leser nicht zum Fest?! ..... Eben. Bücher!! Aber nicht verzagen, sondern selbst beschenken, das geht nämlich nicht nur unter dem Jahr, sondern ( und dann eben ganz ohne Ausreden erfinden zu müssen, warum das gefühlte 1000 Buch einziehen musste ) auch zu Weihnachten.

Und damit kommen wir zum zweiten Teil meiner Weihnachtsempfehlungen, den Familiengeschichten - Los gehts:




"Am anderen Ende der Nacht" war mein erster Jan-Philip Sendker. "Herzenhören" ist ja eines seiner bekanntesten Werke und wird auch oft in der Buchhandlung verlangt und gekauft. Da kam mir seine Neuerscheinung wie gerufen, ich habe mich auf sie gestürzt ( nach vielen Lobreden von Seiten der Kollegen ) und wurde mehr als nur überrascht.

Hier wird eine Geschichte erzählt, welche mich tief getroffen hat, sehr zum Nachdenken brachte und wahrscheinlich nicht realistischer sein könnte. Es geht um Kindesentführung, die Macht der Reichen in China und deren Methoden, Menschen für immer ganz und gar verschwinden zu lassen und ein verzweifeltes Paar, welches doch nur ihren Sohn beschützen möchte.

Ich selbst kenne die vorhergehenden Romane dieser China-Reihe nicht, hatte allerdings auch keinerlei Probleme dies als einzelständige Geschichte zu lesen. Jan-Philip Sendker schafft hier eine Atmosphäre, welche mich regelrecht verschlungen hat und mit einem unguten Gefühl zum Schluss zurückließ, denn ich glaube nicht, dass diese Handlung so ganz aus der Luft gegriffen ist.

Fazit: Ein gewaltiger Roman, der unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig ein spannender Krimi, welcher die Grenzen sprengt und den Leser in ein Regime hinein katapultiert, bei dem es einem eiskalt den Rücken herunter läuft. Ganz großes Kino!

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Ich bin nicht unbedingt der Leser für Geschichten, welche sich rund um den 2. Weltkrieg abspielen. Sie gehen mir oft sehr nahe, bringen mich in eine fast schon depressive Stimmung und hinterlassen mich meist völlig fertig. 
"Gestorben wird immer" hingegen war eine Familiengeschichte, welche sich zum Teil während des zweiten Weltkrieges abspielt, mich aber auf eine ganz andere Art und Weise abgeholt und begeistert hat.

Die Charaktere, welche Alexandra Fröhlich sehr pointiert darstellt, schaffen es die verschiedenen Lebenssituationen in den unterschiedlichen Zeitspannen sehr lebendig und authentisch dem Leser nahe zu bringen und schleichen sich nach und nach in dessen Herz hinein.

Gerade weil oft der etwas herbere und doch humorvolle Ton die Geschehnisse bestimmt, fühlt man sich als Leser nie zu sehr in das Kriegsgeschehen ( welches sowieso weiter entfernt stattfindet ) eingebunden und kann die ganze Geschichte aus einer gewissen Entfernung betrachten. 

Als Geniestreich empfinde ich allerdings Agnes, das Familienoberhaupt. Selten war mir ein Protagonist anfangs so suspekt und unsympathisch. Doch dieser erste Eindruck verlor sich beim Lesen mit jeder Seite, denn wenn man weiß, was Agnes während des Krieges alles erlebt, dann versteht der Leser sehr gut, warum sie so geworden ist, wie man sie zu Anfang des Buches erlebt.

Mein Fazit: Traut euch an dieses Buch heran! Auch wenn hier eine Geschichte während des zweiten Weltkrieges erzählt wird, so ist dies nicht der Hauptbestandteil des Romanes. Viel aufregender sind die verschiedenen Familienmitglieder und ihre Geschichten, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein wahrer Lesegenuss.

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Ebenfalls völlig unerwartet hat mich dieses Jahr Lucinda Riley mit "Die sieben Schwestern" überrascht. Ja es war ein Jahr voller neuer Autoren! Natürlich war mir die Autorin ein Begriff, doch bisher hatte ich ihre Bücher in Richtung Nora Roberts gesteckt, was ein riesiger Fehler war.
Denn schon auf den ersten Seiten hatte sie mich völlig mit ihrer Geschichte in den Bann gezogen, die Atmosphäre war aber auch zu angenehm und heimelig. Ein schöner Schmöker für die weihnachtliche Zeit, das auf jeden Fall!

Mir hat das ganze Setting unglaublich gut gefallen, der Roman bewegt sich auf zwei Zeitebenen und so bekommt der Leser nicht nur eine spannende Familiengeschichte vorgesetzt, sondern erlebt auch Brasilien der 1920er Jahre, ist beim Bau des Cristo hautnah mit dabei und schlendert gemütlich durch Pariser Gassen und bestaunt das Künstlerviertel Montmartre.

Fazit: Alles in allem verzaubert Riley mit authentischen und einzigartigen Charakteren, erschafft eine wundervolle Atmosphäre und begeistert mit gekonnten Zeitsprüngen. Niemals fühlt man sich aus der Geschichte gerissen und kann dem Handlungsstrang problemlos folgen. 

Ein toller Einstieg in eine spannende neue Reihe der Autorin, welche ich garantiert weiterverfolgen werde!

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Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen, aber feinen Eindruck der oben vorgestellten Bücher geben und bin gespannt, ob es eine dieser Geschichten unter den Weihnachtsbaum schafft - verdient haben sie es alle! 

Bis zum nächsten Mal, dann stelle ich euch meine Favoriten aus dem Bereich Spannung vor, ich freue mich auf euch!!

Kommentare:

  1. Ich liebe Familiengeschichten und habe mich daher sehr über deinen Post gefreut! "Die sieben Schwestern" habe ich vor einiger Zeit gelesen und SEHR geliebt. "Gestorben wird immer" habe ich ebenfalls vor kurzem entdeckt und schon auf meine Wunschliste gesetzt. Aber den dritten Roman kannte ich noch nicht, du hast mich aber wirklich sehr neugierig darauf gemacht. Den werde ich mir auf jeden Fall merken, lieben Dank! :)

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    1. Hallo Pia!

      Ach das freut mich - eigentlich bin ich ja nicht so der Leser von Familiengeschichten, aber dieses Jahr habe ich da einige Autoren für mich entdeckt :) Sendker lässt sich auch gut lesen und die Thematik .. puh die ist mir schon unter die Haut gegangen.

      Das spielt sich halt nicht in zwei Zeitebenen ab, also nicht wie Riley oder Fröhlich. Aber nichtsdestotrotz war es unglaublich interessant - lies einfach mal in eine Leseprobe hinein, dann kannst du dir selbst ein Bild davon machen ;)

      Ansonsten bin ich auch am Überlegen mehr solcher Kurzrezensionen als Sammelbeitrag mit einem bestimmten Thema, wie eben z.B. "Familiengeschichten" zu schreiben, mal sehen!

      Ich wünsche dir eine wunderbare Weihnachtszeit und morgen einen schönen 4. Advent, freut mich dass du dich bei mir umgeschaut hast <3

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  2. Liebe Antonie

    Danke für deine tollen Empfehlungen.

    Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest. Lass es dir gut gehen.

    Ganz liebe Grüße, Gisela

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  3. Hey,
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und er gefällt mir richtig gut. Ich habe deinen Blog auch gleich mal abonniert. :D Vielleicht hast du ja Lust auch bei mir mal vorbeizuschauen. Darüber würde ich mich sehr freuen. :)
    LG Benedikt von
    http://beneaboutbooks.blogspot.de/

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  4. Liebe Antonie

    Tolle Empfehlungen, auch wenn es jetzt für Weihnachtsgeschichten schon zu spät ist. Ich hatte Mageia, das Buch der Farben unt der Baum liegen.

    LG Chitra

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  5. Hallo du! :)
    Ich will wirklich nicht stören, dennoch möchte ich darauf aufmerksam machen und dich ♥-lich einladen, da ich diesen Samstag (04.02) nach langer Zeit wieder eine Lesenacht auf meinem Blog veranstalte und ich mich sehr freuen würde wenn du teilnehmen würdest und mit dabei wärst ♥
    Wenn du magst kannst du ja mal hier klicken: ♥ Klick ♥
    Alles Liebe! ♥

    PS: du hast eine echt tolle Ausstrahlung! :)

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