Freitag, 1. Juli 2016

[Rezension] Wenn du mich fragst, sag ich für immer

Wenn du mich fragst, sag ich für immer

Holly Martin

416 Seiten

Blanvalet Verlag

9,99 €

Suzie und Harry sind die besten Freunde und Verbündete der Liebe. Denn sie betreiben eine Firma, the.perfectproposal.com, die Ehemännern und -frauen in spe hilft, den ultimativen, einzigartigen Heiratsantrag zu finden. Um das Unternehmen noch bekannter zu machen, beschließt Harry, Suzie auf hundert verschiedene Arten um ihre Hand zu bitten – nur aus Werbegründen natürlich. 

An exotischen Orten, auf herzerweichendste Art, an den romantischsten Plätzen der Welt: Harry legt sich richtig ins Zeug. Für Suzie heißt das allerdings, dass sie hundert Mal ablehnen muss, auch wenn alles, was sie will, Ja sagen ist ....

Meine Meinung:

Eigentlich wollte ich diese Geschichte gar nicht lesen. Das Cover war mir persönlich zu ... nun ja, rosa und mädchenhaft, die Inhaltsangabe konnte mich nicht recht ansprechen und überhaupt war ich so gar nicht in der Stimmung für einen Liebesroman.

Doch kaum hatte ich in Holly Martins Buch hineingeschnuppert konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen. Die Atmosphäre war von Anfang an wunderbar, die Chemie zwischen Suzie und Harry stimmte einfach und machte Lust auf mehr - und so flogen die Seiten nur so dahin. 

Bereue ich es? Keine. Einzige. Sekunde. Denn hier bekommt man keinen kitschigen oder schnulzigen Roman vorgesetzt, sondern eine zarte und locker leicht erzählte Liebeskomödie der feinsten Art.


Um was geht es?  Suzie und Harry betreiben gemeinsam eine Agentur, the.perfectproposal.com, welche sich um die Organisation von Heiratsanträgen kümmert. Um ihr Geschäft noch bekannter zu machen, beschließt Harry Suzie jeden Tag einen Heiratsantrag zu machen und dass die nächsten 100 Tage lang.

Und jeder dieser Anträge soll etwas besonderes sein, soll an einem exotischen Ort stattfinden oder eben einfach Suzie zum Lächeln bringen.

Doch was zunächst als kleiner Scherz beginnt, wird für die beiden zur gewaltigsten Zerreißprobe ihrer Freundschaft und bringt ihre Gefühle zueinander mächtig in Wallung ...


Holly Martin hatte mich bereits auf den ersten Seiten verzaubert und das lag eindeutig an ihren beiden Hauptcharakteren Suzie und Harry. Den beiden bei ihren kleinen Kabbeleien zuzusehen war einfach nur herrlich! Wie oft habe ich lauthals gelacht und mir manche Situationen mehrmals durchgelesen - amüsant ohne Ende.

Hier nur ein kleines Beispiel für einen meiner herzhaften Lacher, bei dem Harry ihr eine Gummispinne ins Bett legte, um ihr einen kleinen Schreck einzujagen ... welcher dann gewaltig nach hinten losging:

Sie sah es zunächst nicht. Sie kletterte in ihr Bett, und erst als sie sich darin ausstreckte, streifte sie das Teil. Sie hob ihre Decke an, sah das Biest im Schatten lauern und sprang dann panisch kreischend aus dem Bett.
Sie schnappte sich den Vorschlaghammer, den wir zuvor für die Zeltpflöcke benutzt hatten, und ging damit auf die Spinne los, Sie zerstörte das ganze bett, und ich musste sie schließlich zurückhalten, um zu verhindern, dass sie sich bei dem Kampf selbst verletzte. Sie begann sogar zu schluchzen. 
Der schlimmste Antrag aller Zeiten.

Aber an manchen Stellen hätte ich auch beide einfach gerne geschlagen, geschüttelt und ihnen gerne meine Meinung gesagt, denn jeder interpretiert zu viel oder zu wenig in gewisse Situationen oder Worte hinein und so tänzeln beide umeinander, ohne endlich mal Klartext miteinander zu reden.

Und da war ja auch noch Harry .... hach, während des Lesens bin ich ihm immer mehr verfallen, habe bei seinen Heiratsanträgen wehleidig geseufzt und mir gewünscht, auch ich hätte einen solchen Harry in meinem Leben. Oft bekam ich Gänsehaut, wenn Holly Martin beschrieb, wie Harry Suzie ansah oder was er alles für sie tat.


Was ich allerdings sehr gut nachempfinden konnte war die sog. "Friendzone" in der beide tief drinnen steckten und sich nicht mal mit dem kleinen Zeh hinauswagten. Es war für mich als Leser ganz klar, warum keiner der beiden den ersten Schritt gehen wollte und doch machte es mich ab und zu schier wahnsinnig - eine kleine, aber schöne Hassliebe!

Harry und Suzie passten wie Arsch auf Eimer und selbst wenn ich als erfahrener Leser wusste, wohin die Autorin beabsichtigte zu gehen mit ihrer Geschichte, wurde es mir nie langweilig.

Natürlich gab es auch hier eine kleine tragische Note bzw. Vergangenheit, welche auch bei diesem Liebesroman nicht fehlen durfte, aber ich empfand sie nicht als nervig oder unpassend wie bei manch anderen Geschichten - nein, sie schmuggelte sich so zwischen die Zeilen und passte dort perfekt hinein.

"Man kann die Liebe an den unwahrscheinlichsten Orten finden, man muss nur danach Ausschau halten." Er starrte mich an, und einen Augenblick lang war ich mir nicht sicher, ob er nur von sich selbst sprach oder von uns beiden.

Alles in allem war "Wenn du mich fragst, sag ich für immer" ein wundervoller Roman, welcher mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte und so manche Hachs, Ochs, und Macht endlich hinne! von mir forderte.

Mein Fazit:

Wer einen kurzweiligen, romantischen und humorvollen Liebesroman für die ( hoffentlich bald warmen! ) Sommertage sucht, welcher schnell weg gelesen werden kann und dennoch ein wenig länger im Kopf bleibt, ist mit "Wenn du mich fragst, sag ich für immer" ziemlich gut beraten.

Auch ob seiner Vorhersehbarkeit einer der schönsten Liebesromane für mich in diesem Jahr und deswegen vergebe ich

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Die liebe Ela von Literaturliebe hat auch eine kleine, knackige Rezension dazu verfasst und ist ein klitzeklein weniger kritischer gewesen; lest HIER selbst!