Mittwoch, 30. März 2016

[Buch-News #1] Illustrierte Sonderausgabe "Die Kammer des Schreckens" // Harry Potter

Hallo ihr Buchjunkies da draußen!

Gerade eben sitze ich vor meinem PC, öffne einen Link von Buzzfeed - und wusste im ersten Moment nicht wie mir geschieht.

Mein erster Gedanke war "Ach sieh mal, der zweite Band von Harry Potter wurde jetzt auch von Jim Kay illustriert - wie schön!" ...........

AHHHHHH!!!!! *schnappatmung* AHHHHHH!!!! *kreischend im Kreis renn* 

Ja und dann habe ich erst wirklich realisiert was ich da gesehen habe.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen da draußen sich mit mir freuen, wie viele es sich kaufen werden und es auf ewig in ihrem Bücherregal stehen haben werden und wisst ihr was?

Ich gönne J. K. Rowling jeden einzelnen Penny aus diesen Einnahmen, denn sie hat ein Phänomen geschaffen, das bisher so niemand mehr nach ihr geschaffen hat. Oh wie hat sie meine Kindheit damit magisch gemacht, meine Leselust geschürt und mich in Welten mitgenommen, die ich bis heute wertschätze.

“Seeing Jim Kay’s illustrations moved me profoundly,” J.K. Rowling said about the book. “I love his interpretation of Harry Potter’s world, and I feel honoured and grateful that he has lent his talent to it.”

Ein Erscheinungsdatum für die deutsche Ausgabe habe ich bisher noch  nicht gesehen, aber es wäre schon arg dämlich, würde der Verlag das Weihnachtsgeschäft nicht mitnehmen.

EDIT: Angeblich soll der 4. Oktober. 2016 weltweit Erstverkaufstag sein! Aber völlig ohne Gewähr.

Bloomsbury and Scholastic have teamed up to publish illustrated editions of all seven Harry Potter books with artwork by award-winning artist Jim Kay.
 
Doch das ist ja noch nicht mal die einzige gute Nachricht - laut den Verlegern und Jim Kay hat man sich nun darauf geeinigt, ALLE Bücher als illustrierte Sonderausgabe zu verlegen. Wäre ja auch schwachsinnig wenn nicht, denn ein wahrer Potter-Fan lechzt nach diesen Ausgaben, oder etwa nicht?!

So, ich muss jetzt zurück auf die Couch, mich wie eine Irre weiterhin freuen und meine erste illustrierte Ausgabe in den Armen wiegen - schließlich bekommt sie bald ein Geschwisterchen.


Sonntag, 27. März 2016

[Rezension] Die Unglückseligen

Die Unglückseligen 

Thea Dorn 

560 Seiten

Knaus Verlag

24,99 €

Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. 

Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben - nach Deutschland.

Meine Meinung:

Puh, was soll ich nur über diese Geschichte erzählen? Sie wirbelt seit gestern in meinen Gedanken umher, krallt sich fest und lässt mich nicht mehr los - wie soll ich sie nur bewerten, was kann ich euch darüber erzählen und wie viel Wahrheit steckt in ihr? 


Um was geht es? Es geht um die Unsterblichkeit, das Streben nach einem langen oder gar unendlichen Leben und die Frage: "Wollen wir das überhaupt?" In dieser Geschichte begegnen wir Ritter, welcher nach und nach seine wahre Identität und sein wahres Alter preisgibt. 

Wir begegnen Johanna Mawet, welche als Molekularbiologin in die USA reist, um dort weiter an ihren Forschungsarbeiten zu arbeiten; als diese auf Ritter trifft und hinter sein Geheimnis, seine Unsterblichkeit kommt, will sie diese genau bestimmen und für ihre Forschungszwecke nutzen - doch dies ist leichter gesagt, als getan und das Chaos nimmt seinen Lauf ....


Gleich zu Anfang war ich ein wenig irritiert, wird der Leser sofort mit einer altertümlichen Schreibweise überrascht und in eine Szene hineinkatapultiert, die eher Verwirrung stiftet und so manch anderen Leser direkt zu Beginn abschrecken könnte. Bis ich mich an diese Erzählweise gewöhnt hatte, dauerte es ein wenig, doch dann konnte es mich doch ganz gut unterhalten.

Die Sichtweisen:

Die Geschichte ist in drei Sichtweisen aufgeteilt: Einmal, und wie gerade oben kurz beschrieben, dürfen wir die Handlung aus der Sicht von Ritter erleben, welcher seit einigen Jahrhunderten auf der Erde wandelt und sich dort mehr schlecht als recht zurechtfindet. Dann haben wir Johanna die Molekularbiologin, welche für ihren Job alles tun würde und gerade an der Unsterblichkeitsformel anhand von Zebrafischen und Mäusen tüftelt.

Aber halt! Habe ich  nicht gesagt, drei Sichtweisen? Gut aufgepasst, denn die dritte Sichtweise ist wohl eine der außergewöhnlichsten, der ich seit langem begegnet bin. Denn niemand anders als der Teufel lässt uns am Geschehen teilhaben. Doch nicht nur er beehrt uns, nein im Laufe der Handlung dürfen wir noch die Sicht einer Fledermaus einnehmen und einmal sogar einem Theaterstück beiwohnen.

Wer also sich beschweren möchte, die Geschichte würde nur eintönig verlaufen, wird hier auf Granit beißen, denn eine solch vielschichtige Erzählweise ist mir bisher selten über den Weg gelaufen.

Und da kommen wir schon zum ersten Kritikpunkt:

Irgendwann ( okay, erst zum Schluss hin! ) rauchte mir der Kopf vor lauter unterschiedlichen Schreibweisen, verschiedenen Personen und Blickwinkeln - "Die Unglückseligen" ist kein schnell zu lesender Roman, man muss sich Zeit und Geduld dafür nehmen und es auch mal pausieren, denn sonst kann es den Leser schnell zu viel werden.

Was Thea Dorn sehr gekonnt eingefädelt hat, ist der Drahtseilakt zwischen ihren Protagonisten. Denn das Hauptthema ist "Unsterblichkeit" - Johanna möchte diese erforschen und dem Menschen zugute kommen lassen, Ritter hat davon gehörig die Nase voll und verteufelt sie. Beide Blickwinkel hierzu sind brillant beschrieben und regen den Leser sehr zum Nachdenken an.

Zweiter, kleiner Kritikpunkt:

Auch wenn das Thema noch so sehr interessant ist und auch das Faust-Thema sehr elegant eingebunden wurde, an manchen Stellen war es mir dann doch zu molekularbiologisch bzw. hat Johanna so viel aus ihrer Forschung erzählt, dass es manchmal Seite über Seite nur über die verschiedenen DNA-Stränge und ihre Bedeutung ging.

Ich kam mir ein wenig vor, als wäre ich wieder in der Schule und müsste genau aufpassen, um ja später den genauen Zusammenhang zu verstehen, was das entspannte Lesen ein wenig unentspannt werden hat lassen.

Der Schluss ( Achtung, ein klitzekleinesbisschen Spoilergefahr! )

Damit die Rezension auch irgendwann zum Schluss kommt, möchte ich genau diesen noch ein wenig in den "Schmutz" ziehen, denn mich hat der Abschluss des Buches mehr als nur frustriert. Ohne zu viel zu verraten sei nur gesagt, dass ich nur deshalb bis auf die letzte Seite ausgeharrt habe, um mir einige Fragen beantworten zu lassen.

Doch Thea Dorn konnte mich mit ihrem Schluss nicht so wirklich überzeugen, kam er mir a) dann doch zu schnell, so als ob erzwungenermaßen nun endlich das ganze ein Ende finden musste und b) wurden mir zu wenig Fragen beantwortet, was mich sehr frustriert aus dem Buch hat gehen lassen.

Mein Fazit:

Die ersten 250 Seiten war ich restlos begeistert und die Seiten flogen nur so durch meine Finger, doch dann ging es steil bergab und bis zum Schluss konnte mich die Geschichte nicht mehr so richtig packen. Es war, als ob sich die Autorin in ihrer eigenen Handlung verlaufen hätte und selbst nicht mehr wusste, wohin die Reise gehen sollte.

Schade, denn die Grundidee war doch sehr interessant und meine Gedanken zum Thema "Unsterblichkeit" fuhren Achterbahn in meinem Kopf. Was soll ich noch sagen? Lest es selbst und macht euch ein eigenes Bild davon, ich vergebe

2 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Und wer jetzt sagt "2 1/2 ist aber keine richtige Wertung - doch ( !! ) denn bis zur Mitte des Buches hat mir die Geschichte ja sehr gut gefallen - deswegen gibt es auch nur die Hälfte der Buchpunkte ;)

Samstag, 26. März 2016

[Lese-Einblick #12] Die Unglückseligen

"Die Unglückseligen" habe ich mir gegriffen, weil mich so viele Kollegen mit der Nase darauf gestoßen haben - also dachte ich mir, warum nicht mal anlesen, hört sich ja ganz interessant an ... aber HOLY SHIT, dass es SO gut ist, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausdenken können.

Doch was macht diese Geschichte so besonders, so fesselnd und faszinierend? Anfangs war ich ein wenig verwirrt, denn gleich auf der ersten Seite wird der Leser mit einer etwas altertümlichen Sprache empfangen und in eine Szene geschmissen, die einen sehr irritiert zurücklässt.

Doch nach und nach wird einem klar, wer dieser ominöse Erzähler ist und wie er in die Handlung hineinpasst. Gleichzeitig begleiten wir die Molekularbiologin Johanna Mawet bei ihren Bemühungen, in den USA weiter an einem Unsterblichkeitsgen zu arbeiten, denn in Deutschland wird ihr diese Forschung sehr schwer gemacht.


Und dann ist da noch der dritte, allwissende Erzähler - meine Kollegin meint ( und das ist kein Spoiler ) es wäre ihrer Meinung nach der Teufel, welcher hier sein Unwesen treibt. Ob das im weiteren Verlauf noch ersichtlich wird, werde ich noch sehen.

Aber alles in allem dreht sich die Geschichte um den Gedanken: Was wäre, wenn es jemanden auf dieser Welt gäbe, der schon unsterblich ist und sich so gar nicht zurecht findet? Und wenn dieser jemand auf eine Molekularbiologin stößt, die genau DAS eigentlich möglich machen möchte - was wäre dann?

Die verschiedenen Sichtweisen, der Erzählstil und der ständig präsente Spannungsbogen machen "Die Unglückseligen" für mich zu einer fulminanten Erzählung, die ich so bisher nicht gelesen habe - was aber auch jeden in seinen Bann ziehen kann!

Dienstag, 22. März 2016

[Rezension] Arya und Finn - Im Sonnenlicht

Arya und Finn - Im Sonnenlicht

Lisa Rosenbecker

380 Seiten

Drachenmond Verlag

4,99 € als Ebook

Arya hat ihre Zukunft als Leibwächterin klar vor Augen: Sie will ihrer Freundin Elena um jeden Preis zur Seite stehen. Schon seit vielen Jahren bereitet sie sich darauf vor und nimmt sogar ihre verhasste Gabe in Kauf, die ein gut behütetes Geheimnis ist. Ebenso wie Elenas wahre Herkunft.

Aus diesem Grund lässt sich Arya auf eine Reise ein, bei der sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft konfrontiert wird. Denn ihr Reisegefährte Finn weckt unbekannte Gefühle in ihr.

Doch während Arya versucht auf ihr Herz zu hören, kristallisiert sich eine Bedrohung für das gesamte Königreich heraus, der sich die Gefährten am Ende gemeinsam stellen müssen.

Meine Meinung:

Wie bereits im [Lese-Einblick #11] erwähnt, habe ich auf die Bücher des Drachenmond Verlags schon länger ein Auge geworfen und jetzt war es soweit: Ich hatte auf Arbeit für unsere weniger gut laufende Fantasyecke ein paar dieser Schätze rein bestellt und mir am Wochenende endlich eins dieser Werke vorgenommen: Arya und Finn. 

Kleiner Funfact am Rande: Lisa Rosenbecker hat früher; jetzt nicht mehr soweit ich informiert bin; Youtube Videos gedreht im Booktuber-Bereich und ich habe sie regelmäßig verfolgt. Als sie dann erzählt hatte, dass sie anfängt ein Buch zu schreiben, war ich ein wenig skeptisch, denn damals hatten viele meiner abonnierten Kanäle mit dem Schreiben angefangen und das oft eher schlecht als recht.

Dementsprechend war ich ein wenig skeptisch dieser Geschichte gegenüber - und OH wie sollte ich mich täuschen, denn "Arya und Finn" hat mir sehr viele spannende und lustige Lesestunden geschenkt.


Um was geht es?:

Arya hat vor kurzem ihren Onkel beerdigt und macht sich nun bereit, als Leibwächterin für Elena; ihre beste Freundin seit Kindestagen; am Königshof zu arbeiten. Finn hingegen ist ein Streuner, er reist von Ort zu Ort mit seinen zwei Wegbegleitern und schmuggelt hauptsächlich Ware im Königreich umher.

Nun allerdings soll er sich Elena und Arya annehmen, die beiden zu einem weit entfernten Dorf begleiten. Doch was so harmlos beginnt, entwickelt sich langsam zu einer schleichenden Bedrohung für die ganze Reisegruppe.



Gleich zu Anfang war ich von den Charakteren sehr angetan. Nicht nur Arya und Finn haben sich in mein Leserherz geschlichen, nein alle Haupt- UND Nebencharaktere hatten ihre eigene kleine Persönlichkeit, zu jedem dieser Personen habe ich eine Bindung aufgebaut und das machen nicht viele Autoren.

Oft fallen Charaktere, gerade Nebencharaktere, blass und grau aus - sie werden zwar erwähnt und begleiten den Leser die ganze Handlung lang, aber sie bleiben nicht im Gedächtnis. Ganz anders in diesem Fall: Ich habe mich unsterblich in den kleinen Ilias verliebt, habe Beros Kochkünste zu schätzen gelernt und hoffe, ihnen im zweiten Teil wieder zu begegnen!

Der Handlung dürfen wir durch drei verschiedene Sichtweisen folgen. Hauptsächlich wechseln sich Arya und Finn ab, was einen interessanten Blickwinkel auf die Geschehnisse geworfen hat und dem Leser beide Figuren nahe gebracht hat. Und dann ist da ab und zu noch ein dritter, unbekannter "ER", dessen dunkle Machenschaften nach und nach offensichtlicher werden.

Was mir sehr SEHR gut gefallen hatte, war der unvergleichliche Humor von Lisa Rosenbecker, welcher zu vielen humorvollen Szenen zwischen Arya und Finn beigetragen hat. Wenn ich mir vor Spannung nicht gerade die Seiten um die Ohren geschlagen habe, habe ich vor mich hingeschmunzelt oder leise gelacht - denn die leichte Unbeholfenheit der beiden war einfach zu süß.

Kleiner Kritikpunkt: Häufig war mir diese "Süßheit" allerdings zu viel, sie hat nicht so ganz zu der Arya gepasst, die ich mir in meinem Kopf erstellt hatte - erst das toughe, unnahbare Mädchen und später dann die junge, gereifte Frau? Ging mir einfach ein wenig zu schnell, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Ich habe es genossen durch diese Welt zu reisen, denn was die Autorin definitiv kann, sind Orte im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Ich bin Seite an Seite mit Arya durch das Königreich gereist und habe wunderschöne Plätze entdecken dürfen wie z.B. den magischen Wald oder die große Bibliothek. Insgesamt gibt es in Maljonar noch einiges zu entdecken und ich hoffe, dass ich noch öfter die Gelegenheit bekommen werde, dorthin reisen zu können.

Mein Fazit:

Ein wunderbares Debüt, welches durch seine Atmosphäre, die megasympathischen Charaktere und einen unvergleichlichen Humor besticht. UND es kommt völlig ohne große Kriege und Blutvergießen zurecht! Gebt "Arya und Finn" eine Chance - ihr werdet es nicht bereuen! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 20. März 2016

[Lese-Einblick #11] Arya und Finn

Der Drachenmond Verlag hatte schon lange meine Aufmerksamkeit, bringt er wunderschöne Cover und interessant-klingende Geschichten heraus und ist damit in mein Leserherz vorgedrungen.

Jetzt habe ich mich ( nachdem ich es auf Arbeit für die Fantasy-Abteilung bestellt hatte ) durchgerungen und mir "Ayra und Finn" geschnappt, gestern Abend damit angefangen und habe es bis auf Seite 182 geschafft.

Was soll ich sagen? Ich hätte hinter den Buchdeckeln nie eine solch lustige, flüssig zu lesende und spannende Fantasygeschichte erwartet - der Roman wird aus drei verschiedenen Sichtweisen erzählt, die mich nur so durch die Geschichte fliegen lassen.

Arya und Finn haben sich beide schon in mein Herz geschlichen, genauso wie der Schreibstil der Autorin Lisa Rosenbecker, der mich schon an einigen Stellen sehr zum Schmunzeln gebracht hat.


Viele Leser suchen ja gerade im Fantasygenre nach etwas neuem, noch nie dagewesenen - das werden sie auch nicht bei Ayra und Finn erleben, ABER diese Geschichte ist für mich wie ein alter Freund, vertraut und doch komplett neu - gebt ihm eine Chance, denn bisher kann ich nur sagen: Es ist grandios!

Mittwoch, 9. März 2016

[Rezension] Im Reich der Verborgenen - Die Auserwählte

Im Reich der Verborgenen - Die Auserwählte

Mehliqa Yigit

378 Seiten

Selfpublishing

3,99 € als Ebook

Shahiqa, eine junge Frau, erwacht eines Tages in einer Wüste. Verzweifelt und ohne jegliche Erinnerung, versucht sie die nächst gelegene Stadt ausfindig zu machen. Fast am Ende ihrer Kräfte, stößt sie auf ein blaues Licht, das sich als Taube entpuppt. Kurz darauf fällt sie in einen tiefen Schlaf. 
Bewusstlos liegt sie am Ufer eines Flusses und wird von einem Mann namens Shaheen gefunden, der sie zusammen mit Mari gesund pflegt.

 Als Shahiqa aufwacht, bemerkt sie sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Die Menschen sind viel kleiner, tragen seltsame Gewänder und haben spitze Ohren. Sie befindet sich in der Ebene der Dschinn, einem bisher verborgenen Reich. Voller Verzweiflung versucht Shahiqa wieder zurück in ihre Welt zu gelangen, doch das zeigt sich als nicht so einfach..

Meine Meinung:

Im Zuge einer Blogtour durfte ich Mehliqas Erstlingswerk "Im Reich der Verborgenen" lesen und mich somit in die Welt der Dschinns begeben. Da oben bereits der Inhalt des Buches sehr gut wiedergegeben wird, verzichte ich in dieser Rezension auf mein obligatorisches "Um was geht es" und gehe direkt zu meiner Lesermeinung über.

Ich muss sagen, anfangs hatte ich gewaltige Schwierigkeiten in einen Lesefluss zu kommen. Das lag auf der einen Seite an dem sehr ausschweifenden, mystischen und blumigen Schreibstil der Autorin, der die Geschichte eher zu einem Märchen werden lässt. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, aber damit hatte ich so gar nicht gerechnet und dementsprechend lange hat es gedauert, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. 

Auf der anderen Seite ( und das ist eine Marotte von mir ! ) waren die Namen der Protagonisten so anders und exotisch, dass ich beim Lesen immer wieder darüber gestolpert bin und mich so selbst aus dem Lesefluss gerissen habe - aber das nur eine kleine Schwierigkeit am Rande.

Insgesamt konnte mich die Erzählung rund um Shahiqa und ihre Reise in die Welt der Dschinns fesseln und begeistern - auch wenn Shahiqa mich ab und zu an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Auf der einen Seite ist sie ( aufgrund ihres Gedächtnisverlustes ) eine zurückhaltende, etwas verzweifelte Person, welche sich mit den Gegebenheiten ihrer neuen Umgebung erst vertraut machen muss. Gleichzeitig ist Shahiqa aber auch jemand, der sehr schnell seinen eigenen Willen durchsetzen möchte und recht ausfallend werden kann, wenn dies nicht sofort geschieht.

Diese "gespaltene" Persönlichkeit hat mich oft innehalten lassen, dann wurde tief durchgeatmet oder alternativ das Buch geschüttelt und geschrien "Stell dich nicht so an!" und dann war es auch wieder gut. Die anderen Charaktere mochte ich sehr und sie hatten sich auch sehr schnell in mein Herz geschlichen. 

Die Welt, die Mehliqa da entstehen hat lassen und deren Bewohner haben mich wohl im gesamten Verlauf am meisten fasziniert. Da ich bisher nicht so viele Dschinn-Romane gelesen hatte, war ich gefesselt von ihren Beschreibungen und der Idee dahinter - aber zu viel will ich an dieser Stelle gar nicht verraten!

Mein Fazit:

Mehliqa hat mit "Im Reich der Verborgenen" eine exotische und orientalische Welt erschaffen, die es so eher selten im Fantasybereich gibt - solltet ihr also zu dieser Geschichte greifen, macht euch auf etwas komplett neues gefasst. Ein netter Auftakt zu einer neuen Reihe, deren zweiter Teil am 30.März erscheinen wird. Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 6. März 2016

[Rezension] Der Hut des Präsidenten

Der Hut des Präsidenten

Antoine Laurain

240 Seiten

Atlantik Verlag

20,00 €

Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? 

Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten. Ein Roman voller Charme und Überraschungen, über große Ziele und glückliche Wendungen - und was man dafür drauf haben muss.

Meine Meinung:

Wie hatte ich mich auf dieses Buch gefreut! Meine Kolleginnen hatten schon den ersten Roman von Antoine Laurain "Liebe mit zwei Unbekannten" geliebt, haben ständig davon geschwärmt und mich mit ihrer Begeisterung neugierig gemacht. 

Als jetzt seine zweite Geschichte bei uns in der Buchhandlung eintraf wusste ich "DAS muss ich lesen!" und nun habe ich es an einem verregneten Sonntagnachmittag inhaliert - und bin ein wenig enttäuscht. Warum? Gleich mehr dazu in der Rezension!

Um was geht es? Als der Präsident seinen schwarzen Filzhut in einer Brasserie vergisst, nutzt Daniel Mercier die Gunst der Stunde, schnappt sich diesen Hut und verändert damit sein komplettes Leben. Doch nicht nur sein Leben wird auf den Kopf gestellt, nein, denn der Hut wandert von Kopf zu Kopf und rüttelt einige Lebenswege durcheinander. 

Aber was hat es mit der Kraft dieses Hutes auf sich? Hat er wirklich eine magische Wirkung auf seinen Träger oder ist alles nur Zufall? 

Gleich zu Anfang war ich in der Geschichte gefangen, denn Antoine Laurains Schreibstil packte mich mit seiner Schlichtheit und Wortgewandheit und riss mich mit in seinen Roman rund um den Präsidenten Francois Mitterrand und seinen ominösen schwarzen Filzhut. 

Die Charaktere, welche Laurain zeichnet und lebendig werden lässt, sind mir besonders positiv aufgefallen, denn sie haben eines gemeinsam: Sie sind ganz normal. "WIE "ganz normal"?!" fragt ihr euch garantiert. Nun ja, oft ringe ich beim Lesen gewisser Geschichten mit mir selbst - werden dem Leser oft die perfekten, gut aussehenden und erfolgreichen Menschen unter die Nase gerieben. 

Doch bei "Der Hut des Präsidenten  hatte ich zum ersten Mal seit langem wieder das Gefühl, mich in jeden einzelnen Charakter einfühlen zu können, jeden zu verstehen und ihre Probleme zu teilen. Sie waren für mich realer als manch andere Protagonisten!

Wie bereits erzählt, dreht sich die Geschichte rund um einen schwarzen Filzhut, der seinem Träger ein gewisses Selbstbewusstsein verleiht, somit einige Leben verändert und das in großem Stile. Viele werden sagen, dass ihnen das zu kitschig oder gestellt wirkt, aber mich konnte es überzeugen und hat mich wie eine warme Decke eingelullt. Wollen wir nicht alle unser eigenes, kleines, persönliches Wunder erleben? 

Alles in allem könnte man sagen, Antoine Laurain hat seine Sache sehr gut gemacht und mich mit seinem Roman begeistern können - das möchte ich gar nicht in Frage stellen, aber beim Lesen kam doch irgendwann die große Ernüchterung: Mir fehlte das gewisse Etwas! 

Die Prise Salz, die mein Herz vor Begeisterung erzittern lässt, die mich sprachlos und atemlos zurücklässt und mich völlig von den Socken haut. Das hat mir gefehlt und ich könnte auch nicht sagen, woran es lag, aber so richtig überzeugen konnte mich die Geschichte schlussendlich doch nicht.

Mein Fazit:

Eine nette Erzählung für zwischendurch - und wir wissen alle, was ich hier mit "nett" meine. Es ist garantiert ein Roman, der viele begeistere Leser haben wird und vor allem durch seine Sprachgewalt Anklang findet, aber mir war er zu fad und eintönig, ein wenig mehr Farbe hätte ihn für mich bunter gemacht.

Aber macht euch selbst ein Bild von dieser kleinen, aber feinen und eindrucksvollen Geschichte, erlebt selbst den Werdegang des schwarzen Filzhutes und stellt euch selbst zum Schluss die Frage: "Wie viel Magie steckt wirklich in ihm?" Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!