Montag, 21. September 2015

[Rezension] Stigmata - Nichts bleibt verborgen

Stigmata - Nichts bleibt verborgen

Beatrix Gurian

384 Seiten

Arena Verlag

16,99 €

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen. 

Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet. Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …

Meine Meinung:

Dieser Thriller lag jetzt knapp ein Jahr auf meinem Stapel ungelesener Bücher und geriet durch die Flut an monatlichen Neuerscheinungen immer weiter in Vergessenheit ... bis zu diesem Samstag. Warum? Ich durfte am 19.09 dem Blogger-Workshop von Arena besuchen und habe dort die sympatische Beatrix Gurian kennen lernen dürfen. 

Sie hat uns einiges über die Entstehung ihrer Bücher berichtet ( Beitrag zum gesamten Tag folgt noch ) und eben auch die Hintergrundgeschichte von Stigmata verraten. UND so kam es, dass ich mir ihr Buch sofort krallte als ich nach Hause kam und an einem Abend durchgelesen habe - ich konnte nicht anders! 

Um was geht es? Emma hat ihre Mutter bei einem mysteriösen Autounfall verloren, ihre Leiche wurde allerdings noch nicht gefunden. Kurz darauf erhält sie ein Paket, in dem ein altes Fotoalbum mit einem einzigen Bild steckt und einer Aufforderung eines Unbekannten, die Mörder ihrer Mutter zu suchen.

Dazu muss sich Emma bei einem Jugendcamp anmelden, dass in einem alten Schloss in den Bergen stattfindet. Dort angekommen muss Emma allerdings feststellen, dass ihr jemand Steine in den Weg legt und sie von der Aufklärung des Mordes abhalten will - bis sich die mysteriösen Zwischenfälle häufen und es plötzlich um Leben und Tod geht.

Der Leser erlebt die Geschichte aus zwei verschiedenen Sichtweisen: 

- Einmal; und das auch den Großteil des Buches hindurch; begleiten wir Emma auf der Suche nach der Wahrheit rund um ihre verschwundene ( oder doch gestorbene? ) Mutter. 

- Auf der anderen Seite reisen wir zurück in die Vergangenheit und schauen Agnes, Emmas Mutter, über die Schulter in jungen Jahren und bekommen so nach und nach mit, wie sie aufwachsen und was sie erleiden musste.

Beatrix Gurians Schreibstil hat mir am Anfang ein wenig den Einstieg erschwert. Nicht weil er mir nicht gefallen hätte, sondern weil er so anders war, als ich es von einem Jugendbuch erwartet hätte. Sie hat die Trauer von Emma so dicht in die Geschichte eingewebt, dass es mir selbst so vorkam, als wäre meine Mutter gestorben. 

Es sind die kleinen Dinge, die Beatrix ausschmückt und die die Atmosphäre im Buch aufrecht erhalten. Auch später im Buch, wenn Emma im Schloss herumirrt, hatte ich eine stetige Gänsehaut auf meinen Armen, so sehr war ich in der Geschichte gefangen und konnte den Roman kaum aus der Hand legen.

Die Bilder, welche Beatrixs Mann selbst geschossen hat, haben ihr übriges dazugetan. Mal sieht man eine kaputte Puppe auf dem Rand eines Brunnen liegen, mal ein Kruzifix, welches von einem alten Bettgestell baumelt. Alle Bilder kommen auch selbst im Buch vor, was mir sehr gut gefallen hat, denn so haben sie auch einen "Sinn" gehabt und waren nicht nur für den Gruselfaktor eingefügt.

Die Tagebucheinträge von Agnes waren dann die krönende Ergänzung des Ganzen, denn dort erfahren wir als Leser nicht nur mehr von ihrer Kindheit, sondern auch viel davon, was religiöser Fanatismus alles anrichten kann bzw. konnte. So viel sei verraten: Das Jagdschloss hat eine viel düstere Vergangenheit, als man es sich jemals vorgestellt hätte!

Und auch Emma war ein Charakter, den ich so schnell nicht vergessen werde. Ist sie anfangs noch von ihrer Trauer und gleichzeitig auch Wut auf die Welt bestimmt, so taut sie immer mehr auf und kämpft schlussendlich, um die Wahrheit zu erfahren. Die anderen Teilnehmer des Jugendcamps bleiben dem Leser stets ein wenig im Unklaren, denn man merkt schnell das alle etwas zu verbergen scheinen ... nur was?

So verdächtigt man reihum jeden, etwas mit dem Verschwinden von Emmas Mutter zu tun zu haben und wird am Ende dann doch sehr überrascht, was den Ausgang der Geschichte angeht. Ich für meinen Teil konnte mir zwar einiges zusammenspinnen, war aber dann doch ein wenig überfordert mit der Auflösung. 

SPOILER! Vielleicht lag es am schnellen Durchlesen des Buches oder an meiner Unkonzentriertheit, denn gegen Ende hin habe ich die ganzen Namen aus den Tagebucheinträgen von Anges durcheinander gebracht und musste dann nochmals nachlesen, wer jetzt wie mit den Ereignissen was zu tun hatte - ging es euch auch so? SPOILER!

Mein Fazit:

- Zwei Sichtweisen: Emmas Suche nach der Wahrheit um ihre Mutter und Tagebucheinträge von Agnes, ihrer Mutter, aus ihrer Kindheit

- Wunderbar atmosphärischer Schreibstil - LEST ES!

- Religiöser Fanatismus, ein Jugendcamp und Teilnehmer, die man alle reihum verdächtigt

Ein grandioser Jugendthriller ab 14/15 Jahren, der einem Gänsehaut-Schauer über den Rücken jagen lässt und eine Atmosphäre, die zum Greifen dicht ist. Lest es, liebt es ... was anderes ist hier kaum möglich! Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Freitag, 18. September 2015

[Rezension] Skalpelltanz


Skalpelltanz

Jenny Milewski

400 Seiten

Heyne Verlag

12,99 €

Carl Cederfeldt ist Chirurg. Und Mörder. Sein Instrument ist das Rasiermesser. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern der Fantasie des Horrorautors Jonas Lerman entsprungen, umstrittener Star der schwedischen Literaturszene. Die Figur des Carl Cederfeldt hat ihn reich gemacht. 

Aber Lerman hat genug von Blut und Gewalt und beschließt, kein weiteres Cederfeldt-Buch mehr zu schreiben. Doch so einfach ist das nicht. Lerman kann mit dem Schreiben nicht aufhören, und in seiner Umgebung geschehen plötzlich mehrere grausame Morde an jungen Mädchen. Begangen mit einem Rasiermesser. Präzise und brutal. Genau so, wie Carl Cederfeldt vorgehen würde. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut ...

Meine Meinung:

Dieser Thriller musste ja bei Erscheinen viel Kritik einstecken und genau aus diesem Grund war ich sehr gespannt .... würde mir die Geschichte gefallen oder wartete doch ein schwacher Plot auf mich?!? Gleich vorweg sei gesagt:

Ich verstehe wenn dieser Thriller nicht bei allen Lesern gut ankommt, denn er ist schon etwas spezieller und genau dieses pikante Etwas hat ihn für mich so interessant und spannend gemacht.

Um was geht es? Jonas Lerman ist Thriller-Autor der Etwas anderen Sorte, denn mit seinen Büchern rund um Carl Cederfeldt mischt er die schwedische Literaturszene gehörig auf. Die makaberen Morde seines Chirurgen stehen dabei im Vordergrund und nun soll ein weiterer Teil geschrieben werden. Der Autor möchte aber aus dem Genre heraus, etwas komplett neues schreiben und widmet sich so einem anderem Expose.

Doch so schnell kommt er von Carl aber nicht los, denn ein innerer Drang den er nicht bekämpfen kann treibt ihn wieder zurück zu ihm. Und plötzlich ereignen sich die brutalen Morde aus seiner Feder in seinem Umfeld, im realen Leben. Noch während er am Schreiben ist … Und schon bald kann Jonas Lerman nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Der Schreibstil von Jenny Milewski konnte mich von Anfang bis Ende überzeugen, auch wenn der Start etwas ruhig und schwach war. Im Laufe des Buches nimmt dieser dann nämlich an Fahrt auf und bis zur letzten Seite habe ich an meinen Fingernägeln geknabbert.

Natürlich gab es ab und zu ein paar Schwachstellen, aber die haben mir das Lesen nicht so madig gemacht wie so manch anderem Leser. Die Autorin ist auf eine so komplett andere Art an diesen Thriller herangegangen und konnte mich damit komplett abholen.

Auch Jonas Lerman als Charakter ist sehr eigen, zu Beginn noch sehr unsympathisch und unzufrieden mit seinem bisherigen Leben. Das ändert sich während dem Buch auch nicht so sehr, doch man fängt an ihn als Mensch zu akzeptieren und seine schrulligen Eigenarten irgendwie hinzunehmen.

So ist er z.B. eifersüchtig auf Carl, denn dieser steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit ... und er als Autor eben nicht so sehr. Die ganzen Fans und Journalisten wollen mit ihm immer nur über seine Romanfigur sprechen, analysieren seine Texte und stellen Vermutungen über die schreckliche Kindheit von Carl an - und ER, Jonas Lerman, bleibt im Hintergrund stehen, muss dort ein Schattensein fristen.

Ab einem gewissen Punkt nimmt "Skalpelltanz" dann richtig an Fahrt auf, reißt den Leser in seinen Sog und lässt einen atemlos zurück. Manche Szenen sind schon sehr heftig und werden dem Einsteiger-Thriller-Leser doch sehr auf den Magen schlagen, es ist also nichts für schwache Nerven! 

Doch genau das hat für mich die Atmosphäre der Geschichte ausgemacht, denn auch Jonas Lerman geizt nicht gerade mit Blut und Ekelszenen in seinen Horror-Romanen.

Auch wenn mich der Schluss nicht ganz rumbekommen hat, so habe ich diesen außergewöhnlichen ( und auch recht horrormäßigen ) Thriller an einem Nachmittag aufgesogen und mit Jonas den schlimmsten Schrecken eines Horror-Autoren durchlebt: Die eigene Romanfigur erwacht zum Leben. Wenn das mal nicht der Stoff ist, mit dem Alpträume gewebt werden!

Mein Fazit:

- Milewski kann mit ihrem Schreibstil überzeugen, die Geschichte besticht durch unterschwelligen Horror

- Jonas Lerman ist kein wirklich sympathischer Charakter und doch findet man ihn auf seine Art und Weise interessant

- Nichts für schwache Nerven, denn manche Szenen haben es in sich

- Schluss ist nicht ganz so spannend, die Durchsetzung des ganzen Plots hingegen schon

Als Leser sollte man ohne jegliche Erwartung an diesen Thriller herangehen und dann wird man sich vielleicht auf die Geschichte ohne wenn und aber einlassen können. Perfekt für die nahenden Herbsttage und die Fans von mystisch-horror-thrilligen Büchern! 

Gebt "Skalpelltanz" eine Chance und seht selbst, ob es euch überzeugen kann - ich für meinen Fall warte sehnsüchtig auf die nächste Thriller-Idee der Autorin. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Dienstag, 8. September 2015

[Abgebrochen #11] Ismaels Orangen



Warum? Vorab: Ich bin kein riesiger Hörbuch-Hörer und wenn ich sie höre, dann morgens und abends auf dem Weg in oder von der Arbeit weg.

Das heißt, die Außengeräusche müssen gedämpft werden durch den Sprecher, wenn ich mit 120 über die Autobahn fahre will ich natürlich auch was vom Hörbuch haben und nicht meine Ohren spitzen müssen, um etwas zu verstehen.

UND da kommen wir zu meinem Problem mit "Ismaels Orangen" - Boris Aljinovic hat eine sehr angenehme Stimme und trägt die Geschichte auch sehr stimmungsvoll vor, ABER für meine Zwecke zu leise. An manchen Stellen konnte ich mich dadurch kaum auf ihn konzentrieren und das hat mich zum Abbrechen gebracht.

Für wen? Ich denke, jeder der sich für die Thematik des Buches interessiert und es in einer ruhigeren Umgebung hört, wird auf seine Kosten kommen. Hier noch der Klappentext für diejenigen, die damit liebäugeln:

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben. 

Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe … 

Mehr kann ich leider nicht dazu sagen, denn dazu habe ich zu wenig von der Geschichte mitbekommen - es tut mir so unendlich leid, aber das war wohl ein Schuss in den Ofen!

Was wäre besser? Mich würde interessieren, ob ich an dem Hörbuch dran geblieben wäre, hätte es einen anderen Sprecher gehabt. Aber hätte, hätte Fahrradkette und so bleibt das eine reine Vermutung.

Ich bin aber auch sehr speziell was Hörbücher und ihre Sprecher angeht .... das nächste Mal werde ich wohl intensiver mich "einhören", bevor ich mir ein Hörbuch wieder anfrage oder gönne.

Montag, 7. September 2015

[Rezension] Careless - Ewig verbunden

Careless - Ewig verbunden

S. C. Stephens

736 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Kellans Rock-Band ist über Nacht berühmt geworden, und er selbst ist auf einmal ein begehrter Superstar. Und so ist Kieras Beziehung plötzlich eine Geschichte der Öffentlichkeit, die Presse verbreitet Lügen, und an jeder Ecke warten kreischende Mädchen auf Kellan. 

Werden die Freundschaften, die geknüpft wurden, das überstehen? Wird die Band, die inzwischen zu einer kleinen Familie geworden ist, zusammenhalten? Und hat Kieras und Kellans leidenschaftliche Liebe inmitten des explosiven Ruhms noch eine Chance?

Meine Meinung:

Das ist der abschließende Band rund um Kellan und Kiera - den Rockstar und das Mauerblümchen, die beiden, die wie die Faust aufs Auge passen könnten und es sich dennoch so unendlich schwer machen. 

Die Reihe hat sich auf jeden Fall kontinuierlich weiterentwickelt, hatte ihre Höhen und Tiefen, ihre lustigen und weniger humorvollen Szenen und doch ist sie mir so gar nicht im Gedächtnis hängen geblieben.

Um was geht es? Kellan und Kiera haben sich symbolisch das "Ja-Wort" gegeben und wollen den Rest ihres Lebens miteinander verbringen. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn die Band hat so langsam den Durchbruch erreicht und geht auf Tour quer durch das ganze Land. 

Kiera fackelt nicht lange, ihr Studium hat sie hinter sich gebracht und kurzerhand tourt sie mit den Jungs in einem Bandbus von einem Auftritt zum nächsten. Plötzlich reißt sich die Öffentlichkeit um die Band, die Presse verbreitet Lügen und in all dem Chaos will Kiera den Jungs nicht im Weg stehen und begeht einen folgenschweren Fehler: 

Sie schweigt. Was das alles mit sich zieht und ob die Liebe der beiden diesen schweren Weg überwinden kann, das müsst ihr selbst lesen.

Hach ja, wie jedes Mal fällt es mir schwer meine eigene Meinung zu dieser Reihe in Worte zu fassen. Denn das Buch hatte schließlich 736 Seiten und viele viele dramatische und spannende Momente ... und doch kann ich mich kaum an sie erinnern. Doch für euch kratze ich das wenige in meinem Kopf zusammen und versuche, das Beste daraus zu machen.

Kellan und Kiera sitzen gemeinsam im Tourbus. Kellan und Kiera haben Sex im Tourbus. Kellan und Kiera sitzen gemeinsam im Loft der Band. Kellan und Kiera haben Sex im Bett. Griffin kommt in den Raum, verkündet dass sich ein Star für die Band interessiert und alles geht den Bach runter. Kellan und Kiera streiten sich. Die Öffentlichkeit bejubelt Kellan. Kiera beschimpft Kellan. Kellan macht nie etwas schlimmes und bekommt trotzdem den ganzen Ärger ab. Kellan und Kiera haben wieder Sex.

Tja, so richtig aufschlussreich ist es nicht, ich weiß. Der Schreisbstil der Autorin war wie immer locker leicht und doch war die Geschichte gespickt von Wiederholungen, Ausschmückungen und Szenen, auf die ich auch hätte verzichten können. So hätte man auch 350 Seiten beschreiben können und ein weniger rosa-rotes Ende zaubern, doch so war es nun mal nicht.

Ein Lichtblick waren die Kabbeleien zwischen Anna und Griffin, die in meinen Augen zwar genauso wenig wie Kellan und Kiera zusammenpassten ( zumindest auf den ersten Blick ), und dennoch so herrlich erfrischend waren, dass ich oftmals laut auflachen musste. 

Warum ich trotzdem die Reihe beendet habe? 

Auch wenn ich viel auszusetzen habe und mich die beiden regelmäßig auf die Palme brachten, aus irgendeinem Grund habe ich meine Lesezeit doch genossen ( mal mehr, mal weniger ), auch wenn sie oft langatmig und langweilig erschien. Doch so richtig glücklich machen konnte mich S. C. Stephens dann doch nicht.

Mein Fazit:

- Abschließender Teil der Reihe und dennoch mit seinen 736 Seiten fast zu langatmig, um wirklich fesselnd zu sein

- Kellan und Kiera habe ihre alltäglichen Probleme und den alltäglichen Sex - egal wo und wann

- Viele Wiederholungen und Szenen, die man gerne hätte weglassen können

- Anna und Griffin waren DER Lichtblick durch den ganzen Roman hinweg

- Richtig glücklich gemacht hat mich S. C. Stephens dann doch nicht

Eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen, guten und schlechten Momenten und Protagonisten, die ich manchmal einfach gerne erwürgt hätte. 

Keine Empfehlung von mir und dennoch werde ich in den 4. Band, der sich mit der ganzen Geschichte aus Kellans Sicht beschäftigt, hineinlesen - weil ich einfach unverbesserlich bin und die Hoffnung nie aufgebe. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Samstag, 5. September 2015

[Rezension] 40 Stunden

40 Stunden

Kathrin Lange

416 Seiten

Blanvalet Verlag

9,99 €

Als Faris Iskander – Ermittler einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen – ein Video erhält, in dem ein Mann ans Kreuz geschlagen wird, ahnt er nicht, dass dies der Beginn eines wahren Alptraums ist. Denn ihm bleiben nur 40 Stunden, um das Opfer zu finden. Versagt er, wird der Täter überall in Berlin Bomben zünden. 

Während Zehntausende von Menschen nichtsahnend den ökumenischen Kirchentag feiern, stellt sich Faris dem Wettlauf gegen die Zeit. Als er plötzlich eine Verbindung zu einem früheren Fall findet, muss er feststellen, dass der Täter ihm näher ist, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung:

Ich stecke ja mitten in einer fetten und andauernden Leseflaute. Kaum lese ich 100 Seiten in einem Buch lege ich es wieder weg und widme mich dem nächsten. Ich hatte die Hoffnung auf baldige Rettung meiner Leselust schon fast aufgegeben, als ich gestern Nachmittag nach diesem Thriller gegriffen habe - und die 400 Seiten in einem Leserausch durcheilt habe.

Doch um was geht es? Faris Iskander ist eigentlich Hauptkommissar einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen, doch im Moment ist er suspendiert aufgrund eines Anschlages, bei dem er knapp mit dem Leben davonkam. 

Als er eines Tages ein mysteriöses Video geschickt bekommt und ein Unbekannter mit ihm Kontakt aufnimmt wird ihm klar, dass diese Suspendierung nicht lange anhalten wird, denn dieser fordert ihn zu einem Katz- und Maus-Spiel auf. Er soll innerhalb von 40 Stunden einen gekreuzigten Mann finden, ansonsten zündet der Unbekannte mehrere Bomben in Berlin während eines ökonomischen Abendmahls im Berliner Olympiastadium. 

Faris macht sich umgehend an die Ermittlung und muss bald feststellen, dass der Anrufer ihm immer einen Schritt voraus ist. Wird er es rechtzeitig schaffen, diesen Fall zu lösen? ....

Was ist passiert? Warum diese Begeisterung? 

1.) Kathrin Lange hat ein Talent den Leser durch Cliffhanger am Lesen zu halten. 2. ) Faris als Ermittler ist auf der einen Seite der typische Ermittler ( allein und verbittert ) und doch hatte er das gewisse Etwas, was ihn mir so nahe gebracht hat. UND 3.) Kann man mich immer als Leser gewinnen wenn man einen Plot hat, der einen dazu verleitet ganz nervös zu werden und vor lauter Spannung anfängt, Fingernägel zu knabbern.

Die Stimmung innerhalb des Thrillers war seitenweise richtig bedrückend, denn Faris Iskander trägt eine riesige Schuld ( seiner Meinung nach ) mit sich herum. 

Er denkt ER wäre Schuld an einem Anschlag vor 10 Monaten, bei dem sich ein Familienvater in einem Museum in die Luft gesprengt hat und etliche Menschen mit in den Tod riss. Und dieses Traumata beherrscht Faris, macht ihn teilweise handlungsunfähig und dünnhäutiger.

Ohne makaber klingen zu wollen möchte ich behaupten, dass aber genau diese Atmosphäre das ganze Buch getragen hat, denn auch als Leser kommt man um die beklemmende Stimmung und seine Anspannung nicht herum. Dadurch fiebert der Leser mehr bei den Ermittlungen mit, man erwartet ständig einen Ausraster von Seiten Faris - doch ob dieser kommt und wenn ja wie, das müsst ihr selbst lesen.

Kam Spannung auf? Oder hast du dich gelangweilt?

Die Spannung kam nicht zu kurz und für Langeweile fehlte eindeutig die Zeit! Ständig tappte ich im Dunkeln was meine Vermutungen rund um das Motiv und den unbekannten Anrufer anging; in der Mitte des Buches machte sich einmal kurz ein kleiner Verdacht in mir breit, den ich aber schnell wieder abschüttelte - hätte ich ihn bloß festgehalten, denn am Schluss stellte er sich als richtig heraus! 

Die wechselnden Sichtweisen machten das Ganze dann umso interessanter, denn man verfolgte nicht nur Faris Iskander als Protagonist, sondern auch Alexander ( anfangs bleibt diese Person noch sehr nebulös ) und später noch andere kurze Sichtweisen von wichtigen Nebencharakteren. 

Das rundete die herzzerreißende Spannung für mich komplett ab und versetzte mir an einigen Stellen Gänsehaut, denn meine Nerven waren ab einem gewissen Zeitpunkt kaum mehr vorhanden und ich wollte nur noch wissen wer der Täter war.

Fazit:

- Faris Iskander ist nicht der typische Ermittler und gerade deshalb einen Blick mehr wert. Dass er dann auch noch während seiner Suspendierung einen Fall übernehmen muss, wird ihm fast zum Verhängnis

- Religiös motivierte Anschläge suchen Berlin heim und es bleiben 40 Stunden um den Täter zu schnappen

- Verschiedene Sichtweisen machen es dem Leser leicht in die Handlung einzutauchen und vor lauter Spannung die Füße nicht still halten zu können

- Eine düstere Atmosphäre, ein skrupelloser Täter und eine Leseempfehlung von meiner Seite aus ... was soll ich noch mehr sagen?

Für alle die einen gut durchdachten Thriller für die regnerischen Herbsttage suchen. Ich habe ihn in "40 Stunden" gefunden und kann kaum erwarten den zweiten Teil in die Hände zu bekommen. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

P.S.: Lotta, falls du die Rezension liest ( oder ich dich drauf stoße :D ): Habe mich mal an einem etwas anderen Fazit versucht ;) Du weißt warum :*

Donnerstag, 3. September 2015

[Redestoff #14] Riiiieeesssiiggeeee Leseflaute

Hallo meine lieben Buchverrückten dort draußen!

Endlich sitze ich wieder vor dem offenen Blogger-Dashboard und habe es geschafft, meine Maus auf den Button "Neuer Post" zu bewegen, anzuklicken und drauf loszuschreiben. 

Was war los? Warum habt ihr schon so lang nichts mehr von mir gehört?

Ich sitze bis zum Hals in angelesenen Büchern, Geschichten die mich nicht so richtig fesseln und packen können. Und noch ist kein Ende dieser gewaltigen und alles verschlingenden Leseflaute in Sicht - entweder nehme ich die falschen Bücher in die Hand oder habe einfach Pech.

Egal was es ist, ich will wieder lesen und Spaß an den Geschichten haben!! Doch nur wie?! Ich gelobe so viele Bücher wie möglich anzulesen, um die EINE und ULTIMATIVE Geschichte zu finden und dann mit dem Lesen voran zu preschen - denn ich vermisse es!!

Und hiermit präsentiere ich euch den Schuldigen, mit dem die Leseflaute angestoßen wurde:


Dieser Thriller konnte mich so rein gar nicht fesseln, die Protagonisten haben mich wahnsinnig gemacht und trotzdem wollte ich ( aus unerfindlichen Gründen ) wissen wie es weitergeht und habe mich durchgequält. 

Ein großer Fehler, denn das war der Startschuss für eine gewaltige Welle an Büchern, die mich zwar fesseln konnten, die ich aber nie zuende lesen wollte, weil sie mich dann doch nicht SO sehr interessierten.

Direkt danach habe ich für mich einen neuen Youtube-Kanal für mich entdeckt namens "Literaturlärm" ( hier "klick" ). Nach Inhalieren aller ( !!! ) Videos habe ich mich in meine Bücherei aufgemacht und mir dort einige neue Autoren gegönnt - nicht ohne es zu bereuen, aber nur die etwas anspruchsvolleren ( für mich zumindest ) Bücher zu lesen war auf Zeit auch nicht wirklich was für mich.

Brauche ich doch die Abwechslung und auch mal ein gutes Jugendbuch zum flotten Durchlesen. Hier zwei der Romane, die ich begonnen habe und bisher nicht beendet habe, obwohl mir bei einem nur noch 100 Seiten fehlen, aber wie bereits erwähnt ... die Leselust ... 

"Alles Licht das wir nicht sehen" konnte mich anfangs richtig begeistern, die beiden Protagonisten haben mir einen neuen Blick auf den zweiten Weltkrieg ermöglicht und auch der Schreibstil war einfach himmlisch. Doch nach und nach nahm mein Interesse ab und jetzt wartet es auf meinem Reader auf mich und will zu Ende gelesen werden.

"Greenwash Inc." hat ein unglaublich spannendes Thema zugrunde, doch nach 100 Seiten schwächelte ich bereits - wo bleiben die Schockmomente wie im ersten Teil des Romans? Stattdessen bekommt der Leser viel zu viel Alltagsgeschehen zu Gesicht. Vielleicht werde ich es fertig lesen, vielleicht auch nicht.


Eine Autoren-Neuentdeckung habe ich für mich machen dürfen, ebenfalls über den Kanal von Literaturlärm und das wäre die grandiose Amelie Nothomb

Angefangen habe ich mit "Reality Show" und dieses kurze Buch war eines der wenigen in letzter Zeit, das mich mehr als nur begeistern konnte. Ich denke noch oft und viel über die Bedeutung dieser Geschichte nach, lasse sie in mir nachhallen und widme manche Autofahrt dieser Thematik.

Neugierig? Dann schaut es euch HIER unbedingt an, mit der Rezension möchte ich mir noch ein wenig Zeit lassen.

Und vor lauter Verzweiflung habe ich mir gestern einige Leseproben auf mein Tablet geladen und war bereits erfolgreich mit dem Finden von interessanten Geschichten, denn eine Neuerscheinung konnte mich mehr als nur neugierig machen und wird nächste Woche auf Arbeit bestellt und weitergelesen werden.


Die Rede ist von "Songs of Revolution" aus dem One Verlag  und konnte mich aufgrund der Thematik sofort anfixen und der Schreibstil + die Idee hören sich super spannend an - lest doch auch einmal rein und sagt mir, was ihr von der Geschichte haltet!

Hier noch der Klappentext für all diejenigen, die zu faul sind auf den Link zu gehen:


Anthem ist 18 Jahre alt und er will eigentlich nur eins: echte Musik machen. Doch er lebt in einer Gesellschaft, in der genau das mit dem Tod bestraft wird. Menschen dürfen nur künstlich erstellte Musik hören, ausschließlich produziert, um süchtig zu machen.


Tagsüber dient Anthem dem System, doch abends folgt er seiner wahren Bestimmung: Er macht Musik mit seiner Band. Als die Repressalien der Machthaber unerträglich werden, beschließen Anthem und seine Freunde, sich zu erheben: Zusammen mit der schillernden Haven will er eine Revolution anzetteln – und mit der Kraft echter Musik möglichst viele Anhänger mobilisieren ...

Das war also mein kleines Status-Update. 

Ich hoffe euch geht es gut da draußen, ihr habt KEINE Leseflaute und denkt immer daran: Möge die Macht der guten und spannenden Bücher mit euch sein!