Mittwoch, 27. Mai 2015

[Rezension] Im Hause Longbourn

Im Hause Longbourn

Jo Baker

448 Seiten

Albrecht Knaus Verlag

19,99 €

Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. 

Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft. 

Meine Meinung:

Ich liebe Jane Austens Buch "Stolz und Vorurteil", habe es schon öfters gelesen, bin süchtig nach der Verfilmung mit Keira Knightley und habe Tränen in den Augen gehabt bei der Schlussszene mit ihr und ihrem Mr. Darcy. Und genau aus diesem Grund musste ich dieses Buch lesen! Einen Roman aus der Sicht der Dienstboten, was könnte es spannenderes geben?

Gleich vorweg möchte ich sagen – man muss den Klassiker von Jane Austen nicht gelesen haben, um auch an diesem Buch seine Freude zu haben, aber kennt man ihn wird man NOCH mehr Freude daran haben.

Ohne Waschtag keine Kleidung, das verstand sich von selbst, und ohne Kleidung ging es nun einmal nicht, jedenfalls nicht in Hertfordshire, und schon gar nicht im September. Am Waschtag führte kein Weg vorbei, das war auch Sarah klar, dennoch sah sie dieser wöchentlichen Aufgabe äußerst widerwillig entgegen.

Und auch wenn sich die eine oder andere Wiederholung ergibt, kam dennoch keine Langeweile auf. Schließlich entdeckt Sarah für sich die Liebe und ihr Alltag wird von einigem Gefühlschaos begleitet.

Um was geht es? Sarah ist eine junge Dienstbotin im Hause Longbourn die sich mit Mrs.Hill und Polly zusammen um das Wohl der Bennett Familie und deren Besucher kümmert. Sie waschen, putzen und kochen im stetigen Wechsel und das tagaus, tagein. Lichtblicke gibt es für Sarah nur wenn sie von Lizzy einen Roman zugesteckt bekommt oder wenn sie einen Nachmittag frei bekommt, ansonsten wird ihr Leben von tristen Stunden bestimmt. 

Doch dann kommt James, ein neuer Hausdiener, auf Longbourn und ein kleines, ziemlich einseitiges Liebesdrama nimmt seinen Lauf - wird James Sarahs Herz erobern können oder sieht sie in ihm nur einen guten Freund? Und warum verhält sich Mrs. Hill seit seinem Eintreffen so seltsam? Langsam kommen düstere Geheimnisse ans Tageslicht und nebenbei dürfen wir Leser noch einmal die schönste Liebesgeschichte miterleben, die Jane Austen jemals geschrieben hat.

Jo Baker hat den stillen Geister im Hause Bennett Leben eingehaucht. Wir alle kennen die Bennett Familie in und auswendig, doch wer hinter den Kulissen dafür sorgt dass auch alles seinen Gang gehen kann, wer dafür sorgt dass die Kleider sauber und vorzeigbar sind, dass die Zimmer immer ordentlich sind und es etwas zu essen gibt, ja das haben wir bisher noch nie erfahren und genau das wird in diesem Buch beleuchtet.

Jane und Elizabeth waren beide reizend, fast schon Lichtgestalten. Und Sarah, die nun rasch über den Dienstbotenflur zur Treppe und nach oben lief, um ihr neues Kleid aufzuhängen, war nur einer der vielen Schatten, die um die Ränder ihres Lichtscheins huschten.


Wer den Roman auf den diese Geschichte aufbaut gut kennt, der wird hier viele Situationen und Vorkommnisse wiedererkennen und doch eine ganz neue Geschichte erfahren. Am Anfang jedes Kapitels bekommt der Leser einen kleinen Ausschnitt aus "Stolz und Vorurteil", der aufzeigt ( und eine kleine Orientierung bietet ) was gerade im Hause Bennett passiert und daran schließt sich dann die Geschichte von Sarah und Polly an. 

Die Autorin gibt den Bediensteten der Bennets eine ganz eigene Geschichte. Diesmal spielen sie die Hauptrolle, während die hohen Herrschaften mehr oder weniger als Statisten auftreten. Neben ausgiebigen Schilderungen der mühsamen Arbeiten, für die Sarah und ihre Kollegen verantwortlich sind, erzählt die Autorin auch die Geschichte einer zarten Liebe, die sich heimlich anbahnt und das Leben der Beteiligten grundlegend verändert. 

Mein Fazit:

Ein äußerst gefühlvoller Roman aus einer etwas anderen Sicht erzählt. Eine Liebe die nicht sein darf und sich erst noch entfalten muss. Und ein Blick hinter die Kulissen von Stolz und Vorurteil, ein neuer Blick auf die ganze Bennett Familie - ein Lese-Muss für alle Fans von Jane Austen! Schmökert in dieses wundervolle Buch hinein und lasst euch verzaubern von Jo Baker!! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Montag, 25. Mai 2015

[Abgebrochen #6] Unter Toten 2



Warum? Der erste Band ( Rezension hier ) hat mir ja sehr gut gefallen, die Geschichte hat mich interessiert und gefangen gehalten. Mit großen Erwartungen bin ich an den zweiten Band herangegangen und habe nach 190 Seiten abgebrochen ... denn es passiert einfach nichts neues.

Der Kampf gegen die Untoten geht weiter, man kämpft und kämpft und ab und zu kommt ein Plot-Twist; aber was für welche! Für mich war das alles überspitzt, zuviel des Guten und zu gewollt.

Während des Lesens konnte man quasi den Autoren überlegen hören wie die Geschichte noch interessanter werden könnte, welche Steine den Protagonisten in den Weg gelegt werden könnten.

Das hat mich ein wenig irritiert, noch mehr genervt und am meisten Nerven gekostet, denn ich wollte nun endlich mehr Informationen über den Virus haben, wollte mehr über die Hintergründe erfahren und nicht ein Fettnäpfchen nach dem anderen präsentiert bekommen. Tut mir leid, aber für mich war das leider nichts!

Für wen? Für Leser geeignet, die sich weniger für die Hintergründe des ganzen interessieren, sondern Action über Action haben möchten - ihr kommt auf eure Kosten und bestimmt gefällt das auch einigen da draußen. Also nicht verzagen und einen Leseeinblick wagen :D

Was wäre besser? Zum Punkt kommen. Den Leser nicht auf den dritten Band mit allen Aufklärungen und Auflösungen warten lassen, sondern über einige Seiten wenigstens ein wenig Hintergrundwissen vermitteln, ein wenig mehr Glück den Protagonisten schenken und sie nicht ständig in irgendwelche Hinterhalte stolpern lassen, denn das vermiest einem ein wenig das Lese-Erlebnis.

Mittwoch, 20. Mai 2015

[Rezension] Wolf

Wolf

Mo Hayder

448 Seiten

Goldmann Verlag

14,99 €

Ein einsames Haus am Waldrand. Es war ihr
Zufluchtsort. Jetzt ist es die Hölle.

„Es hört sich an, als würden sie gerade meine Tochter oder meine Frau bedrohen. Ich weiß nicht, was passiert. Jetzt ist es still.“ Vor vierzehn Jahren wurde ein junges Liebespaar brutal ermordet. Der Hauptverdächtige gestand das Verbrechen und wurde verurteilt. Aber die Erinnerung an die Morde ist noch nicht verblasst. 

Als Oliver Anchor-Ferrers mit seiner Familie in das einsam gelegene Ferienhaus in der Nähe des damaligen Tatorts zurückkehrt, macht er eine schockierende Entdeckung: Ist der Täter von einst etwa wieder auf freiem Fuß? Noch kann er nicht ahnen, dass das schon bald nicht mehr seine größte Sorge sein wird. Der Albtraum kehrt mit voller Macht zurück, nur diesmal ist er die Hauptfigur ...

Meine Meinung:

Wow ein Psychothriller der Extraklasse - als Leser meint man die ganze Zeit die Fäden in der Hand zu halten, genau zu wissen wer welche Rolle innehat und wie sich die Geschichte wohl entwickeln wird ... und dann kommt ganz leise, unbemerkt Mo Hayder um die Ecke geschlichen und entreißt einem die Kontrolle. Der Leser trudelt, der Leser hudelt und findet sich ziemlich schnell in seinen eigenen Vermutungen verstrickt auf dem Boden liegen und muss mit Schrecken ansehen wie alles in Wirklichkeit aussieht. Spannung pur!

Um was geht es? Jack Caffery nimmt sich eines entlaufenen Hundes an der mit einer mysteriösen Botschaft mitten im Wald gefunden wurde. Eigentlich will er den Hund nur seinen rechtmäßigen Besitzern zurückbringen, doch dann wird er in einen längst aufgeklärten Mord hineingezogen und kann sich seiner eigenen Neugier nicht entziehen. 

Auf der anderen Seite steht Oliver Anchor-Ferres, der mit seiner Familie nach einer Herz-OP in ein einsam gelegtes Ferienhaus sich zurückziehen will. Doch dann machen sie eine erschreckende Entdeckung und müssen bald feststellen das die Vergangenheit sie schneller und brutaler eingeholt hat als ihnen lieb ist.

Das war mein erster Mo Hayder und die Autorin hat es mir sowas von angetan! Wir erleben zwei Erzählstränge, die anfangs scheinbar so gar nicht zusammen passen. 

Einmal begleiten wir Jack Caffery bei dem verzweifelten Versuch, das Verschwinden seines Bruders vor etlichen Jahren zu erklären. Dabei trifft er auf einen ebenso verzweifelten Mann, der seit Jahren umherwandert und ein ähnliches Schicksal teilt. 

Von ihm bekommt er den Beagle Bear in die Arme gedrückt und mit einem Ultimatum versehen: Wenn er die Familie findet zu der dieser Hund gehört, wird er ihm das Verschwinden seines Bruders begreiflicher machen.

Und dann ist da noch der pensionierte Oliver, der mit seiner Familie zusammen vor 15 Jahren einen grausamen Mord verdauen musste .... doch das Grauen ist noch nicht vorbei und so holt die Vergangenheit sie sehr schnell ein. Wie dann die beiden Stränge zusammen führen und sich auf spektakuläre Art und Weise treffen war für mich ein Highlight und bis zum Schluss hatte ich feuchte Hände, denn erst auf den letzten 5 Seiten wird einem klar wie das Ganze ausgehen wird.

Ich muss gestehen, dass ich von Anfang an auf dem Holzweg war, was meine ganzen Verdächtigungen anging, doch da ging es mir genauso wie dem Ermittler Jack - wir beide haben gewisse Dinge nicht in Zusammenhang gebracht, haben uns auf falsche Fährten gestürzt und schlussendlich die Quittung davon getragen. Zuviel will ich auch gar nicht verraten, denn das würde die ganze Spannung des Thrillers nehmen, nur soviel sei gesagt: 

Nichts ist wie es zu sein scheint und auch ihr werdet bei dieser Lektüre nie zu dem Schluss kommen, der es dann wird.

Ein atemberaubendes Setting, hinterhältige Charaktere und eine Story die ihresgleichen sucht. Mo Hayder spielt verstecken mit dem Leser und schafft es, einem die Gänsehaut über den Rücken zu jagen. Psychothriller auf höchstem Niveau, ein Ermittler der vom Leben gezeichnet ist und aus diesem Grund so ziemlich alle Regeln über Bord schmeißt und ein grausamer Mörder, der mehr in der Hinterhand hat als man meinen würde.

Mein Fazit:

Allein das erste Kapitel wird euch einen Schauer über den Rücken jagen, euch tief in die Geschichte hineinsaugen und ihr werdet in diesen Irrgängen hilflos umherirren - ganz nach meinem Geschmack! Wer einen schnellen, harten und gnadenlosen Thriller sucht der einem den Atem nimmt; hier ist er, also schnappt ihn euch und seid begeistert. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Montag, 18. Mai 2015

[Rezension] Die Widerspenstigkeit des Glücks

Die Widerspenstigkeit des Glücks

Gabrielle Zevin

288 Seiten

Diana Verlag

12,99 €


Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: 

Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …

Meine Meinung:

Gerade eben habe ich wieder in diese wunderbare, tragischkomische Geschichte hineingelesen und sofort hatte sie mich wieder in ihren Fängen. Ein Buch, welches mich emotional so eindringlich erreicht hat, welches mir das Pipi in die Augen trieb und mein ganzes Gefühlsleben einmal durcheinander gewirbelt hat und dabei all diese Lesens - und Lebenswahrheiten ... 

es war einfach perfekt für mich und garantiert auch für euch! Lasst mich euch überzeugen dass ihr diesen Roman so dringend in eurem Leben braucht - also auf die Plätze, fertig, los.


Die Leute tischen dir fade Lügen über Politik, Gott und die Liebe auf. Alles, was du über einen Mensch wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch?


Um was geht es? Seit der Buchhändler A. J. Fikry seine Frau Nic bei einem Unfall verloren hat, ist er mit sich und der Welt im unreinen. Die Buchhandlung, die er führt, betreibt er nicht mehr mit dem gleichen Elan wie vor ihrem Tod. So kauft er fast nur Bücher ein, die ihm gefallen, Unterhaltungsliteratur hat dort nicht wirklich etwas zu suchen, geschweige denn Kinderbücher.

Als Amelia, Verlagsvertreterin, das erste mal mit ihm zusammentrifft, kommt es einem Rausschmiss fast gleich. Er hat nicht nur kein Buch gekauft, sondern sie auch noch vergrault.
Er ist und bleibt ein Einzelgänger.

Doch dann kommt alles anders als A. J. sich das jemals zu träumen gewagt hätte und plötzlich ist er "Besitzer" eines kleinen zweijährigen Mädchens namens Maya, welche ihm einfach so vor die Tür gelegt wurde mit der Bitte, er möge sich um sie kümmern. Er nimmt die Herausforderung an und bald ist nichts mehr so wie es sein sollte - zumindest laut A. J.´s Auffassung.


"Lieb dich", sagt Maya. 
"Ja, das sagt sie ständig", sagt A. J. "Ich habe sie davor gewarnt, Liebe zu verschenken, die der andere noch nicht verdient hat, aber ehrlich gesagt liegt es an dem Einfluss von diesem heimtückischen Elmo. Wissen Sie, der liebt wirklich jeden."


Es ist ein Roman über die Liebe zu Büchern, ein Hoch auf alle Buchhändler und die Macht der Liebe. A. J. ist ein kautziger Charakter, der den Leser anfangs mehr verschreckt als dass er einem sympathisch ist, doch je mehr man von ihm und seinem Leben erfährt und liest, desto mehr schließt man den alten Buchhändler in sein Herz. Er lebt von der Liebe zu seinen Büchern, möchte diesem ganzen "neumodischen Kram" nicht in seinem Leben ( und vor allem nicht in seinem Laden!! ) haben und zieht sich immer mehr von allem zurück - bis zu dem Tag an dem er Maya begegnet.

Eine wunderschöne Besonderheit dieses Buches sind die Kapitelanfänge. Dort beschreibt A. J. seine Lieblingsbücher, zeigt auf was er an ihnen am meisten schätzt und liebt und warum Maya genau diese Romane auch lesen sollte; denn für sie schreibt er diese Empfehlungen. 


Ganz kurz, ehe der Laden aufmacht, bezieht Maya in dem Gang mit den Bilderbüchern Stellung. Jedem Buch nähert sich Maya zunächst mit der Nase. Sie nimmt den Schutzumschlag ab, hält es sich ans Gesicht und legt sich die Buchdeckel an die Ohren. Bücher riechen typischerweise wie Daddys Seife, Gras, Meer, der Küchentisch, Käse oder wie eine Kombination aus allem.


Mit der Zeit lief mir ein Gänsehautschauer nach dem anderen den Rücken herunter, denn man spürt als Leser auf der einen Seite die Liebe zu seinem Beruf und Maya, auf der anderen Seite beschleicht einen eine komische Stimmung und eine düstere Vorahnung - doch was passiert müsst ihr schon selbst lesen.

Und auch Maya hatte ich von den ersten Sekunden an geliebt; dieses kleine freche Mädchen aufwachsen zu sehen, ihre Liebe zu Büchern stetig mitzuerleben, das hat mein Herz fast in zwei gebrochen. Sie zwingt schon in jungen Jahren den Erwachsenen ihre Lieblingsbücher auf, begeistert Kinder für die Geschichten darin und belebt A. J.´s Buchhandlung auf eine Art und Weise derer sich keiner Entziehen kann. 

Wie sich Maya und A. J. einander nähern ist wie ein zartes Band, welches nach und nach von beiden gewoben und vorsichtig festgehalten wird; denn beide haben ihre Eigenheiten und gerade das macht ihre Freundschaft zu etwas ganz Besonderem, zu etwas Einzigartigem und das hat mir oft die Tränen ( ob vor Lachen oder Rührung ) in die Augen getrieben.


Maya weiß, dass ihre Mutter sie bei Island Books zurückgelassen hat. Aber vielleicht passiert das allen Kinder in einem gewissen Alter. Manche Kinder werden in Schuhgeschäften zurückgelassen. Und manche in Spielwarengeschäften. Und manche in einem Sandwich-Shop. Und dein ganzes Leben wird davon bestimmt, in welchem Laden du landest.

Es ist eine Geschichte über die Liebe zum Lesen und doch gleichzeitig noch vieles mehr, denn A. J. bekommt viel Hilfe und Unterstützung von seinen Freunden, nimmt mehr und mehr am richtigen Leben teil und auch Amelia, die Verlagsvertreterin spielt in seinem Leben eine gewisse Rolle, die sie sich klammheimlich dort erschleicht. 

Manche mögen sagen "Die Widerspenstigkeit des Glücks" könne ja nur was für Buchhändler sein, manche Vorgänge würde nur diese verstehen. Ja vielleicht ist das an gewissen Stellen so, doch dieses Buch lebt von so unglaublich vielen witzigen, berührenden und glücklich-machenden Stellen, dass das doch wohl das kleinere "Übel" ist, oder?! ;-)

Mein Fazit:

Jeder der Bücher liebt, ihren Geruch, ihr Aussehen und die Geschichten die sie erzählen ... jeder einzelne von euch da draußen sollte diesen Roman lesen und hoffentlich auch lieben. Lasst euch bezaubern von der kleinen heimeligen Buchhandlung Island Books, kommt ins Gespräch mit A. J. und fragt Maya nach ihrer liebsten Empfehlung und dann ( aber erst dann! ) werdet ihr glücklich sein.

Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!!!


Worin unterscheidet sich ein Buch von einem anderen? Es gibt diese Unterschiede, befindet A. J. Wir müssen viele dieser Bände aufschlagen. Wir müssen glauben. Wir akzeptieren, manchmal enttäuscht zu werden, um uns hin und wieder beglücken zu lassen.

       Er greift ein Buch heraus und hält es seinem Freund hin. "Wie wäre es mit diesem?"

Mittwoch, 13. Mai 2015

[Abgebrochen #4] Die Quelle



Warum? Ich bin mit hohen Erwartungen an die Geschichte herangegangen, habe mich auf einen spannenden Thriller mit Gänsehautgarantie gefreut und bin gleich auf den ersten Seiten enttäuscht worden. 

Wir lernen auf den ersten Seiten Ruth kennen. Sie ist in ihrem eigenen Haus unter Arrest, darf es nicht ohne Genehmigung verlassen und wird streng überwacht. Man weiß als Leser, dass etwas schlimmes passiert ist ... nur was, das erfährt man mal so gar nicht; nicht mal ansatzweise. 

Dafür springt die Autorin viel in der Zeit hin und her und hat es so geschafft, mich immer wieder komplett aus der Geschichte zu reißen und verwirrt zurück zu lassen.

Und gleichzeitig hat mich der Schreibstil, die Zeitsprünge und überhaupt alles verwirrt, enttäuscht und mit einem faden Nachgeschmack zurückgelassen. Nach 100 Seiten hatte ich genug davon und habe diese langwierige Geschichte abgebrochen.

Für wen? Für die etwas anspruchsvolleren Leser unter euch, welche gerne Romane mit spanndender Hintergrundthematik lesen. ABER keinesfalls etwas für die hartgesottenen Thrillerleser unter euch!

Was wäre besser? Bitte liebe Autoren, fangt einen Roman doch nicht immer so verwirrend, so anstrengend für uns Leser an.

Ich will nicht erraten müssen was hier Sache ist oder um was es eigentlich geht, sondern ich will in eine Geschichte eingeführt werden. Ein wenig an die Hand genommen werden und dann könnt ihr mich verwirren wie ihr wollt!

Sonntag, 10. Mai 2015

[Rezension] Thoughtless - Erstmals verführt

Thoughtless - Erstmals verführt

S. C. Stephens

640 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Seit zwei Jahren ist die schüchterne Kiera in einer glücklichen Beziehung mit Denny. So überlegt sie nicht lange, als er ein Jobangebot in Seattle bekommt, und zieht mit ihm in die neue Stadt, um ihr Studium dort zu beenden. Bei Dennys Freund aus Kindertagen, Kellan Kyle, mieten sie ein Zimmer. Er ist der lokale Rockstar, Herzensbrecher und sieht verboten gut aus. 

Als Dennys Job ihn länger aus Seattle wegführt, kommt die einsame Kiera, die sich inzwischen in der Stammkneipe von Kellans Band etwas dazuverdient, ihrem neuen Mitbewohner näher. Was freundschaftlich beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Intensiverem, Verbotenem – zu einem Spiel mit dem Feuer ...

Meine Meinung:

Nach dem ganzen After Passion Hype wollte auch ich mal wieder ein Buch in die Richtung gehend lesen und habe mir klammheimlich Thoughtless geschnappt und innerhalb von 3 Tagen inhaliert. Gleich vorab: Natürlich kommen auch in diesem New Adult Roman explizite erotische Szenen vor, aber wie die meisten wissen dreht sich nicht die ganze Geschichte um diese Szenen, sondern um die wunderbar erzählte Liebesgeschichte bzw. das Liebesdreieck - nur so am Rande ;-)

Um was geht es? Kiera und Denny sind seit 2 Jahren in einer glücklichen Beziehung. Nun muss Denny aufgrund eines Jobangebotes nach Seattle ziehen und Kiera fackelt nicht lange, bemüht sich um ein Stipendium an der hiesigen Uni und die beiden starten in ein neues Leben für sie. 

Sie mieten bei einem alten Freund von Denny ein Zimmer und schon bei der ersten Begegnung springt der Funke zwischen Kiera und Kellan über. Und nachdem Denny´s Job ihn für länger aus Seattle wegführt muss Kiera sich eingestehen dass sie nicht nur freundschaftliche Gefühle für den leicht geheimnisvollen Sänger Kellan entwickelt hat und nach und nach kommen sich die beiden gefährlich näher ...

Die ersten 50-60 Seiten haben sich ein wenig gezogen, ich hatte Schwierigkeiten in den etwas holprigen Schreibstil hineinzukommen, doch mit der Zeit scheint die Autorin aufgetaut zu sein und spätestens ab Seite 100 hatte die Geschichte mich fest in ihren Fängen. S.C. Stephens schafft eine prickelnde und emotionale Stimmung, verschafft jedem Charakter das gewisse Etwas und bringt den Leser so dazu durch den Roman zu schweben. 

Prinzipiell war ich skeptisch was die ganze Thematik anging: Ein Rockstar verliebt sich in die Freundin seines besten Freundes, die beiden fangen eine leidenschaftliche Affäre an ... und das ganze auch noch über 600 Seiten?! Ich weiß nicht wie, aber es hat geklappt und mich in seinen Bann gezogen. Es war eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle Kiera dabei zu beobachten, wie sie und Kellan sich langsam aber unaufhörlich aufeinander zu bewegen, wie sie sich näher kommen und anfangs selbst nicht wissen worauf sie zusteuern. 

Und damit kommen wir schon zu meinem einzigen Kritikpunkt: Kellan und Denny konnte ich jederzeit nachvollziehen ( zumindest die meiste Zeit ), habe sie und ihre Entscheidungen verstanden und mich ihnen damit nah gefühlt. Ganz anders war Kiera; sie war diejenige die mich oft zur Weißglut gebracht hat, die nicht wusste was sie will und damit alles nur noch schlimmer machte. 

ABER gleichzeitig ist sie eben noch ein wenig naiv, weiß nicht so richtig was sie mit ihrem Leben anfangen soll und wie sie ihre Gefühle deuten soll ... und genau nach diesem Gedankengang hat sich bei mir eine innere Ruhe eingefunden, ich habe sie mit anderen Augen betrachtet und Kiera so genommen wie sie eben war mit ihren Fehlern und ihren etwas verwirrten Handlungen - niemand ist perfekt und vorallem nicht wenn es um die Liebe geht oder?

Ich meine auch irgendwo im Vorfeld gelesen zu haben das die Geschichte sich nicht von einem düsteren Geheimnis überschatten lässt wie es in den meisten New Adult Liebesromanen der Fall ist. Doch im Laufe des Buches wurde ich eines besseren belehrt und genau das hat der Geschichte auch nochmal das gewisse Etwas verliehen, denn Kellan der einsame Rockstar, der den Frauen reihenweise das Herz bricht, hat ein dunkles Geheimnis was ihn zu dem gemacht hat der er jetzt ist. 

Und auch Denny habe ich fest in mein Herz geschlossen, er ist ein herzensguter Mensch und merkt erst ziemlich spät was zwischen seinem besten Freund und seiner Freundin, seinem Herz, läuft. Alles in allem habe ich die Dreiecksgeschichte fingernägelknappernd durchlebt, ein wenig zum Schluss mir gedacht "Nun macht doch endlich, langsam zieht es sich ein wenig" und die ein oder andere Träne verdrückt. 

Mein Fazit:

Eine Geschichte die es in der Form im Moment überall gibt und in ihrer Art und Weise doch so völlig anders ist. Lasst euch einfach darauf ein, schaut ob ihr damit klar kommt und es euren Geschmack trifft. 

Ein Buch was viel Material zum Diskutieren mit sich bringt, mit Charakteren die einem gefallen oder eben nicht und die eine Geschichte ins Rollen bringen die nicht jedem gefallen wird. Mich konnte sie überzeugen, mitreißen und emotional erreichen - ich vergebe

4 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Dienstag, 5. Mai 2015

[Rezension] Big Game - Die Jagd beginnt

Big Game - Die Jagd beginnt

Dan Smith

304 Seiten

Chicken House Verlag

15,99 € 

Action, Abenteuer und viel Humor. In der Nacht vor seinem dreizehnten Geburtstag muss Oskari allein in die Wildnis, so verlangt es die Tradition. Bewaffnet mit Pfeil und Bogen soll er ein Tier erlegen, um seine Männlichkeit zu beweisen. Dass Oskari den Bogen kaum spannen kann, erleichtert die Sache nicht gerade. 

Doch dann fällt ihm der amerikanische Präsident quasi direkt vor die Füße. Er ist nur knapp einem Attentat entkommen und sieht trotz seines schicken Anzugs nicht so aus, als hätte er die Lage im Griff. Jetzt kann Oskari zeigen, was in ihm steckt.

Meine Meinung:

Big Game war eine riesige Überraschung für mich, denn ich habe es mir auf Arbeit einfach so geschnappt, angefangen zu lesen und konnte mich dem Sog dieser genialen Actiongeschichte nicht entziehen! Was ihr hier zu erwarten habt? Action, Action, Humor, Action, Action, Action! Und einen Helden namens Oskari, der ( wenn es nach ihm ginge ) gar kein Held wäre ...

Um was geht es? Oskari muss in der Nacht vor seinem dreizehnten Geburtstag ein Ritual vollziehen um seine Männlichkeit zu beweisen - er wird in der finnischen Wildnis mit Pfeil und Bogen ausgesetzt und muss in dieser Nacht ein Tier erlegen - je größer das Tier, desto mehr Anerkennung erwartet ihn.

Das ist eine Tradition in seinem Dorf, eine große Ehre und Oskaris größte Angst, denn er kann so gar nicht mit Pfeil und Bogen umgehen, ist eher tollpatschig und auch noch im Zugzwang, denn sein Vater hat einst einen riesigen Elch erlegt und somit erwarten die Ältesten des Dorfes eine ähnliche Leistung von ihm.

Als die große Jagd beginnt ist Oskari ziemlich schnell an seinen Grenzen angelangt, er ist verzweifelt und möchte nur noch zurück nach Hause ... doch dann wird er Zeuge von etwas, was er sich in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet hätte und kurz darauf wird er zum Bodyguard einer der wichtigsten Menschen der USA - des Präsidenten.

Der Schreibstil von Dan Smith ist wie eine Naturgewalt, sie rollt über den Leser hinweg und lässt ihn so schnell nicht mehr los. Ich konnte mich von diesem Buch einfach nicht losreißen, habe mit Oskari gebangt und einen aufregenden Tag in der Wildnis verbracht.

Oskari als Charakter ist kein typischer Held, er ist nicht besonders beliebt in seinem Dorf und kann auch trotz des harten Trainings mit seinem Vater nicht wirklich gut jagen. Doch was er nicht an Muskeln hat, hat er an Köpfchen - Oskari kann sich perfekt tarnen in der Wildnis, hat viele gute Ideen und möchte seinen Vater Stolz machen. Doch kaum im Wald angekommen hat er Probleme mit seinem Quad, einen kleinen Unfall und möchte vor lauter Selbstzweifel am liebsten wieder direkt nach Hause zurück.

In diesen Momenten hätte ich ihn am liebsten gedrückt, ihm gesagt das alles gut werden würde; doch was dann passiert hat selbst mich überrascht. Er findet in einer Notfallkapsel den amerikanischen Präsident und wird zu seinem Retter in der größten Not.

Zusammen fliehen sie vor einer skrupellosen Bande, die Jagd auf den Präsidenten machen und spätestens ab diesem Zeitpunkt taut Oskari auf und ihm gelingt ein Clou nach dem anderen. 

Ein wahrer Überlebenskampf beginnt und vor lauter Action wusste ich manchmal nicht mehr wo ich während dem Lesen war, denn ich war Seite an Seite mit Oskari in der finnischen Wildnis und flüchtete um mein Leben. Es gab auch einige sehr humorvolle Szenen die das ganze Auflockerten und dem Leser eine kleine Verschnaufpause verschafften.

Was ihm dann gelingt, mit welchen Tücken er die Feinde in die Irre führt, das hat mir viel Lesefreude bereitet und mich durch die Seiten fliegen lassen. Eine Geschichte die ihresgleichen sucht, ein grandioses Buch für die kleinen und großen Abenteurer und für Jungs wie Mädels geeignet.

Mein Fazit:

Lest es, liebt es und schafft mit Oskari an eurer Seite das Unmögliche - rettet den President und werdet zu einem Helden! Taucht ein in die finnische Wildnis, tappt durch die Dunkelheit und rennt um euer Leben ... ihr werdet mit einem fantastischen und rasanten Abenteuer belohnt. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!!

Samstag, 2. Mai 2015

[Rezension] Good Girl - Entführt

Good Girl - Entführt

Mary Kubica

448 Seiten

Diana Verlag

9,99 € 

Die junge Lehrerin Mia Dennett verschwindet spurlos, nachdem sie abends mit einem fremden Mann eine Bar verlassen hat. Monate später wird sie aus einer einsamen Blockhütte in den Wäldern Minnesotas befreit. 

Mia ist völlig wesensverändert, zutiefst verstört und kann sich nur bruchstückhaft erinnern. Und warum nennt sie sich auf einmal Chloe? Als Detective Gabe Hoffman den Fall übernimmt, stößt er auf ungeahnte Abgründe in Mias Familie – und der wahre Albtraum beginnt.

Meine Meinung:

Good Girl ist ein tragisches Familiendrama, das sich rund um die entführte Mia Dennett entwickelt. Detective Gabe Hoffman erhascht einen Blick während den Ermittlungen hinter die aalglatte Fassade der anscheinenden perfekten Familie Dennett und bringt das Familienbild zum Wackeln. Wer hat Mia entführt und warum benimmt sie sich nach ihrer Befreiung so eigenartig? Fragen über Fragen und genau das hat den Roman so spannend gemacht - denn als Leser tappt man sehr lange im Dunkeln, rätselt mit und wird zum Ende ziemlich überrascht.

Um was geht es? Das ist schnell erzählt, denn spoilern möchte ich euch keinesfalls. Mia Dennett wird von einem fremden Mann entführt, monatelang tappt die Polizei im Dunkeln. Doch durch die grandiose Ermittlungsarbeit von Gabe Hoffman finden sie Mia in einer einsamen Blockhütte. 

Sie nennt sich Chloe und scheint ziemlich verstört, niemand kann sie aus ihrer Lethargie befreien und immer mehr erschreckende Details kommen ans Tageslicht. Was ist wirklich passiert und wird Mia jemals wieder die junge lebensbejahende Frau werden die sie es vor der Entführung war?

Wir erleben als Leser die ganze Geschichte aus der Sicht von Detective Gabe Hoffman, Mias Mutter Eve und Mias Entführer, einem jungen Mann namens Colin, was anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig war, aber der Geschichte dann doch ihren Reiz gegeben hat. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches stetig, zeigen ihr wahres Gesicht und langsam beschleicht einen das Gefühl, das doch nicht alles so ist wie es zu sein scheint.

Auch Mia wird nach und nach in ein schlechteres Licht gerückt, vor allem ihr Vater zeigt seine Ablehnung ihr gegenüber immer mehr und gibt dem Leser das Gefühl, die wahre Mia vielleicht doch nicht wirklich zu kennen. Sie wirkt arrogant, zickig und überheblich - doch auch sie verändert sich in den Monaten in der Blockhütte und wird doch noch ein Charakter, den der Leser ins Herz schließt.

Ihre Mutter taucht aus dem Schatten ihres Mannes hervor und kämpft ( vor und nach der Entführung ) um ihre Tochter, versucht zu ergründen was während den Monaten ihres Verschwindens mit ihr passiert ist. Gleichzeitig erfahren wir wie sie ihren Mann kennenlernte, ihn vergötterte und wie er sich nach und nach so ins negative verändern konnte.

Es ist kein Thriller, kein Kriminalroman, nein es ist eine Familientragödie, welche aus allen Perspektiven beleuchetet wird. Sie zeigt auf, wie eine Familie an einem solchen Schicksalsschlag kaputt gehen kann, wie sehr sich Menschen in Isolation verändern können und wie die einzelnen Personen mit dieser Extremsituation umgehen. 

Mein Fazit:

Ein dichter Roman über eine Entführung, eine zerrüttete Familie und ein Schreibstil, der dem ganzen die richtige Würze gibt. Erwartet keinen Thrill, keine Action, geht völlig unvoreingenommen an Good Girl heran und ihr werdet mit einem tollen Plot und einer interessanten Erzählweise belohnt. Wegen ein paar kleinen Längen vergebe ich

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!